12-Stunden-Regel treibt Spritpreise in die Höhe – wer profitiert wirklich?
Tatjana Reinhardt12-Stunden-Regel treibt Spritpreise in die Höhe – wer profitiert wirklich?
Am 1. April trat in Deutschland eine neue Verordnung in Kraft, die als 12-Stunden-Regel bekannt ist. Die Maßnahme sollte eigentlich die Spritpreise stabilisieren, hat jedoch stattdessen Sorgen über steigende Kosten ausgelöst. Erste Daten deuten darauf hin, dass die Änderung in den ersten beiden Wochen bereits die Gewinne der Mineralölbranche gesteigert hat.
Nach der neuen Regel müssen Tankstellen nun zwölf Stunden warten, bevor sie die Preise erneut erhöhen dürfen. Kritiker hatten vorab gewarnt, dass dies zu vorsorglichen Preiserhöhungen führen könnte – und die ersten Zahlen scheinen diese Befürchtungen zu bestätigen. In den ersten beiden Wochen nach der Einführung stieg die Gewinnmarge bei Superbenzin im Schnitt um 6 Cent pro Liter.
Die Auswirkungen sind jedoch nicht bundesweit einheitlich. Besonders in Süddeutschland waren die Preisanstiege spürbar, wobei kleinere Ketten und unabhängige Betreiber die stärksten Margensteigerungen verzeichneten. Größere Tankstellenketten verzeichneten dagegen nur moderate Veränderungen. Gleichzeitig blieben die Dieselpreise instabil, ohne klare Tendenz aufgrund der anhaltenden Marktschwankungen.
Ein Vergleich mit Nachbarländern in der EU zeigte deutliche Unterschiede: In Deutschland stiegen die Benzinpreise in den Tagen nach Einführung der Regel stärker an als in anderen europäischen Märkten.
Bisher hat die 12-Stunden-Regel vor allem der Mineralölbranche höhere Gewinne beschert, insbesondere kleineren Tankstellen. Während die Margen bei Diesel uneinheitlich blieben, sind die Preise für Superbenzin seit April spürbar gestiegen. Die langfristigen Folgen für Verbraucher und den Gesamtmarkt bleiben abzuwarten.






