250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Tatjana Reinhardt250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt im Land vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die sich für dringende rechtliche und digitale Reformen einsetzen. Ihre Forderungen zielen auf schärfere Gesetze, besseren Opferschutz und härtere Strafen für geschlechtsspezifische Straftaten ab.
Die Vorschläge des Bündnisses richten sich gegen Bedrohungen sowohl im digitalen als auch im analogen Raum. Gefordert wird ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die Menschen auf Fotos ohne deren Zustimmung entkleiden. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Strafbarkeit von nicht einvernehmlichen sexualisierten Deepfake-Inhalten.
Die Initiatorinnen verlangen zudem ein neues Digital-Schutzgesetz, das Plattformen verpflichten soll, schädliche Inhalte zügig zu löschen und bei der Identifizierung der Täter zu helfen. Darüber hinaus setzen sie sich dafür ein, dass "Femizide" im deutschen Strafgesetzbuch als eigenständiges Delikt anerkannt werden.
Im Bereich sexualisierter Gewalt fordert die Gruppe die Einführung eines "Nur-Ja-heißt-Ja"-Modells im Strafrecht. Demnach würde nur eine klare, freiwillige Zustimmung als Einwilligung gelten. Zu den Unterzeichnerinnen zählen SPD-Chefin Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer sowie Persönlichkeiten wie die Schauspielerin Veronica Ferres und die Musikerin Nina Chuba.
Die Bundesregierung hat bereits Schritte unternommen, etwa durch die Ratifizierung der Istanbul-Konvention 2018 und die Verabschiedung des Gewaltschutzgesetzes. Geplant ist zudem die Einführung elektronischer Fußfesseln für Hochrisiko-Täter bis 2026. Kritiker monieren jedoch, dass Finanzierungslücken und Schlupflöcher Opfer weiterhin gefährden.
Der Plan des Bündnisses erhöht den Druck auf die Politik, rechtliche Lücken zu schließen und den Schutz zu verbessern. Würden die Reformen umgesetzt, wäre dies ein bedeutender Wandel im Umgang Deutschlands mit geschlechtsspezifischer Gewalt. Die Regierung sieht sich nun mit der Forderung konfrontiert, schnell zu handeln.






