5,1 Millionen Babyboomer droht Altersarmut durch zu niedrige Renten und hohe Mieten
Oscar Kabus5,1 Millionen Babyboomer droht Altersarmut durch zu niedrige Renten und hohe Mieten
Fast 5,1 Millionen Babyboomer in Deutschland werden bald mit einer gesetzlichen Rente von unter 800 Euro im Monat in den Ruhestand gehen. Das entspricht etwa 40 Prozent der Nachkriegsgeneration, die zwischen jetzt und 2036 aus dem Erwerbsleben ausscheiden wird. Experten warnen, dass viele mit den Wohnkosten kämpfen könnten – und so in die Armut abrutschen, während die Mieten bundesweit auf hohem Niveau bleiben.
Besonders dramatisch ist die Situation in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland. Dort könnte innerhalb des nächsten Jahrzehnts über eine Million Rentner aus der Babyboomer-Generation von Wohnungsarmut betroffen sein. Bundesweit ist die Zahl der Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, bereits stark gestiegen – von nur 2,5 Prozent im Jahr 2010 auf heute 4,3 Prozent, was mehr als 760.000 Menschen entspricht.
Robert Feiger, Vorsitzender der IG Bau, bezeichnet bezahlbaren Wohnraum als „das soziale Thema Nummer eins“ in Deutschland. Er betont, dass der Ausbau des Wohnungsangebots nicht nur für den sozialen Zusammenhalt, sondern auch für das Wirtschaftswachstum entscheidend sei. Ohne schnelles Handeln, so Feiger, drohe der aktuellen Regierungscoalition der Verlust der öffentlichen Unterstützung.
Seine Lösung ist klar: Es müssen mehr Wohnungen gebaut werden. Feiger argumentiert, dass nur eine Steigerung der Neubauten verhindern kann, dass eine Welle von Rentnern in finanzielle Not gerät, weil die Wohnkosten ihre geringen Einkünfte übersteigen.
In den kommenden Jahren werden Millionen Rentner mit bescheidenen Renten ins Alter gehen. Da die Mieten weiter steigen, wächst das Risiko der Wohnungsarmut. Die Politik steht nun unter Druck, den Wohnungsbau zu beschleunigen – oder riskiert, eine ganze Generation von Rentnern ohne bezahlbare Bleibe zurückzulassen.






