09 May 2026, 12:25

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der NS-Befreiung

Offenes Buch mit handgeschriebenen Tagebucheinträgen eines deutschen Soldaten, der im Zweiten Weltkrieg getötet wurde, gefüllt mit detailliertem Text.

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der NS-Befreiung

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, hielt eine umstrittene Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. Seine Äußerungen stellten die seit langem etablierte deutsche Auseinandersetzung mit der Kriegsvergangenheit infrage.

Er kritisierte die Art und Weise, wie die Deutschen ihre Geschichte aufarbeiten, und forderte eine Hinwendung zu einer „normalen deutschen Identität“. Tillschneider begann zwar mit der Anerkennung der Befreiung von der NS-Herrschaft im Jahr 1945, lenkte seine Ausführungen jedoch schnell auf die Niederlage selbst – die er als „Amputation riesiger deutscher Kulturlandschaften“ bezeichnete. Der Verlust von Territorien, so seine Argumentation, habe tiefe Narben in der nationalen Identität hinterlassen.

Die berühmte Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1985 – ein Meilenstein der deutschen Erinnerungskultur – bezeichnete er als „geistige Kapitulation“. Stattdessen zitierte Tillschneider Franz Josef Strauß und berief sich auf die Vorstellung einer „ewigen Vergangenheitsbewältigung als dauernde Buße“. Dies, so Tillschneider, habe Deutschland in einer „absurden Schuldkultur“ gefangen.

Der AfD-Politiker ging noch weiter und warf den Deutschen vor, sich im Nachhinein auf die Seite der Sieger zu stellen, um Schuldgefühle zu vermeiden. Er lehnte den Begriff einer „imaginären Kollektivschuld“ ab und präsentierte die Vision seiner Partei als Weg in eine „stolze Zukunft“. Seiner Ansicht nach würde der Ansatz der AfD das Land aus einer „geistigen Isolation“ befreien.

In seiner Rede stellte Tillschneider immer wieder die gängige historische Erzählung seinem Aufruf zu einem erneuerten Nationalstolz gegenüber. Seine Worte deuteten den Jahrestag nicht als Moment der Besinnung, sondern als Appell zum Wandel um. Die AfD-Vision positionierte er als Alternative zur etablierten deutschen Erinnerungskultur. Mit seiner Rede dürften die Debatten darüber, wie das Land mit seiner Vergangenheit umgeht, neu entfacht werden.

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