Albanien zwischen Protesten gegen Luxusresort und Iran-Konflikt um MEK-Opposition
Oscar KabusAlbanien zwischen Protesten gegen Luxusresort und Iran-Konflikt um MEK-Opposition
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht derzeit wegen zweier getrennter Kontroversen im Rampenlicht. Die Regierung sieht sich mit öffentlichem Widerstand gegen ein neues Ferienresort-Projekt konfrontiert und wirft dem Iran gleichzeitig Einmischung in seine inneren Angelegenheiten vor.
Tausende Mitglieder der Muǧahidīn-e Chalq (MEK), einer iranischen Oppositionsgruppe, waren 2013 nach Albanien umgezogen, nachdem sie ihre Basis im Irak verlassen hatten. Die EU erkennt die MEK nicht als legitime politische Organisation an und vermeidet jede offizielle Unterstützung. Kürzlich warf Ministerpräsident Edi Rama dem Iran öffentlich vor, Proteste in Albanien zu schüren. Er behauptete, Teheran betreibe Cyberterrorismus und zeige Feindseligkeit gegenüber demokratischen Werten.
Parallel dazu haben die Bauarbeiten für ein Milliardenprojekt in einem Luxusresort im Vjosa-Narta-Delta begonnen – einem geschützten Gebiet. Die Region, Heimat seltener Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten, wurde 2023 zu Europas erstem Wildfluss-Nationalpark erklärt. Das Projekt steht in Verbindung mit Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, der die Pläne nach Trumps angekündigter Kandidatur für die Wiederwahl 2024 vorstellte. Kushners Firma Affinity Partners erhielt von Ramas Regierung den Status eines „strategischen Investors“, was laut Berichten Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen erübrigte.
Der Bau des Resorts hat Proteste ausgelöst, die als „Flamingo-Revolution“ bezeichnet werden. Kushners Investmentfirma war ursprünglich gegründet worden, um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten zu stärken. Albanien, ein mehrheitlich muslimisches, aber säkulares NATO-Mitglied, bemüht sich seit Langem, seine Loyalität zu westlichen Verbündeten unter Beweis zu stellen.
Die albanische Regierung steht nun vor einer doppelten Herausforderung: Der lokale Widerstand gegen das Resort-Projekt wächst weiter, während die Spannungen mit dem Iran nach Ramas öffentlichen Vorwürfen hoch bleiben. Der Ausgang beider Konflikte könnte Albaniens internationales Ansehen beeinflussen.






