30 March 2026, 16:34

Anna Netrebko feiert triumphale Rückkehr an der Berliner Staatsoper – doch Proteste überschatten die Premiere

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Anna Netrebko feiert triumphale Rückkehr an der Berliner Staatsoper – doch Proteste überschatten die Premiere

Premiere an der Berliner Staatsoper: Anna Netrebko in Un ballo in maschera – zwischen Jubel und Protesten

Die Berliner Staatsoper hat eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle uraufgeführt. Die Vorstellung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Kritiker und Publikum bleiben gespalten über ihre Rückkehr auf die großen europäischen Bühnen.

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Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Oper verbindet Verdis Klassiker mit modernen Themen, darunter queere Ballroom-Kultur und Bezüge zur AIDS-Krise. Anna Netrebko stand als Amelia in Un ballo in maschera auf der Bühne, einem Teil des Festspielprogramms der Staatsoper. Das Publikum honorierte ihre Darstellung mit starkem Beifall, ebenso wie die Musiker und Mitwirkenden. Doch der Abend verlief nicht ohne Kontroversen.

Vor dem Opernhaus demonstrierten etwa 50 Protestierende mit ukrainischen Fahnen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung spiegelte anhaltende Kritik an Netrebkos früheren Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin wider, darunter ein Auftritt 2021 in Moskau, bei dem sie mit ihm fotografiert wurde.

Seit Russlands Angriff auf die Ukraine sah sich Netrebko in Europa Boykottaufrufen und öffentlichem Gegenwind ausgesetzt. 2024 begann sie jedoch schrittweise ihre Rückkehr an große Häuser, darunter die Wiener Staatsoper und nun die Berliner Staatsoper. Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, verwies darauf, dass sich Netrebko öffentlich von Russland distanziert habe und seit der Invasion nicht dorthin zurückgekehrt sei.

Die Inszenierung selbst löste geteilte Reaktionen aus. Regisseur Rafael R. Villalobos integrierte Elemente der queeren Ballroom-Szene und der AIDS-Epidemie in bestimmte Szenen. Während einige Zuschauer die künstlerischen Entscheidungen mit Applaus bedachten, reagierten andere mit Buhrufen.

Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, trat bereits früher in Berlin auf. Ihre gesangliche Leistung in Un ballo in maschera fand Anerkennung, doch die Debatten über ihre politischen Verstrickungen begleiten ihre Auftritte weiterhin. Die Premiere von Un ballo in maschera unterstrich sowohl Netrebkos ungebrochene Kunst als auch die anhaltenden Spannungen um ihr öffentliches Image. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, fällt in eine Phase, in der sie schrittweise an führende europäische Opernhäuser zurückkehrt. Gleichzeitig zeigen Proteste und Publikumreaktionen, dass ihre früheren politischen Verbindungen weiterhin umstritten bleiben.

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