Baden-Württemberg erlebt längste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten – was jetzt kommt
Eileen SontagBaden-Württemberg erlebt längste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten – was jetzt kommt
Baden-Württembergs Wirtschaft kämpft seit drei Jahren in Folge mit einem anhaltenden Abschwung und verzeichnet damit die längste Schwächephase der jüngeren Vergangenheit. Das Land im Südwesten Deutschlands belegt bei der Wirtschaftsleistung mittlerweile den vorletzten Platz – noch schlechter schneidet nur das Saarland ab. Trotz seiner Größe trägt Baden-Württemberg weiterhin fast 15 Prozent zur gesamten deutschen Wirtschaftsleistung bei.
Im Jahr 2022 erbrachte die Wirtschaft Baden-Württembergs noch Güter und Dienstleistungen im Wert von rund 667,1 Milliarden Euro. Doch 2023 gerieten zentrale Branchen unter Druck: Die Industrie schrumpfte real um 2,6 Prozent, und auch das Baugewerbe verzeichnete einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Lediglich der Dienstleistungssektor konnte ein leichtes Plus von 0,4 Prozent verbuchen.
Auf Bundesebene verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wachstum von etwa 1,4 Prozent die beste Entwicklung, während das Saarland mit einem Minus von 0,9 Prozent am schlechtesten abschnitt. Baden-Württembergs Gesamtperformance blieb in diesem Zeitraum unter dem deutschen Durchschnitt.
Die Arbeitslosenzahlen für 2023 sind noch unklar, doch die Daten für 2025 zeigen einen Anstieg. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag in diesem Jahr bei 4,6 Prozent – das entspricht 8,8 Prozent mehr Erwerbslosen als 2024. Bis März 2025 kletterte die Quote auf 4,7 Prozent (303.261 Menschen), nach 4,5 Prozent (291.948) im März 2024.
Die Rezession hat Baden-Württemberg im Vergleich zu den meisten anderen Bundesländern zurückfallen lassen. Mit einer schwächelnden Industrie und einem rückläufigen Bausektor bleiben die wirtschaftlichen Herausforderungen bestehen. Nun steht die Politik vor der Aufgabe, diesen Trend in den kommenden Jahren umzukehren.






