Batteriespeicher-Projekte scheitern an überlasteten Netzen und Bürokratie
Reinhild HänelBatteriespeicher-Projekte scheitern an überlasteten Netzen und Bürokratie
Großprojekte für Batteriespeicher in Deutschland kämpfen mit massiven Verzögerungen bei der Sicherung bezahlbarer Netzanschlüsse. Fachleute nennen überlastete Netze, unterbesetzte Netzbetreiber und komplizierte Vorschriften als Hauptgründe. Ohne Reformen drohen viele Vorhaben auf der Strecke zu bleiben oder abgelehnt zu werden – selbst wenn sie das Energiesystem stärken könnten.
Batteriespeicher sind entscheidend, um erneuerbare Energien auszugleichen und die Netze zu entlasten. Doch Entwickler scheitern oft daran, diese Systeme effizient anzubinden. Nadine Bethge, Analystin beim Branchenverband bne, warnt, dass Netzbetreiber – die ein Monopol innehaben – tragfähige Projekte allein deshalb ablehnen könnten, weil sie schlicht nicht die Kapazitäten haben, die Anträge zu bearbeiten.
Sowohl Bethge als auch Leandra Boes, Geschäftsführerin von Green Flexibility, kritisieren, dass das aktuelle System nicht skalierbar sei. Boes fordert eine engere Zusammenarbeit zwischen Speicherexperten und Netzbetreibern, um lokale Gegebenheiten besser zu bewerten. Ihr Unternehmen schlägt mit dem "Regiolink"-Konzept standardisierte Verträge vor, die auf verschiedene Netztypen zugeschnitten sind und Anschlüsse beschleunigen sollen.
Bethge plädiert zudem für einen bundesweit verbindlichen Rechtsrahmen, der die Anbindung von Speichern an die Verteilnetze in Deutschland regelt. Ohne klarere Regeln, so ihre Befürchtung, werden wirtschaftlich sinnvolle Projekte weiter im bürokratischen Stillstand feststecken.
Die Verzögerungen zeigen: Zwischen dem wachsenden Bedarf an Energiespeichern und den Kapazitätsgrenzen der Netzinfrastruktur klafft eine Lücke. Schnellere, flexiblere Anschlussvereinbarungen könnten blockierte Projekte freigeben. Jetzt sind Netzbetreiber, Regulierer und Industrie gefordert, gemeinsam weitere Engpässe zu vermeiden.






