Berlin plant neue Olympia-Bewerbung – trotz Widerstand und historischer Schatten
Tatjana ReinhardtBerlin plant neue Olympia-Bewerbung – trotz Widerstand und historischer Schatten
Berlin könnte sich erneut um die Austragung der Olympischen Spiele bewerben – und würde dabei auf breite Unterstützung in der Bevölkerung bauen. Zwei Drittel der Berlinerinnen und Berliner befürworten das Vorhaben, obwohl die NOlympia-Bewegung Widerstand leistet. Die Stadt hat eine lange und wechselvolle Geschichte mit den Spielen.
Ursprünglich sollte Berlin die Olympischen Spiele 1916 ausrichten, doch der Erste Weltkrieg machte die Pläne zunichte. 1936 fand die Veranstaltung dann in der Hauptstadt statt, war jedoch von nationalsozialistischer Propaganda überschattet. Spätere Bewerbungen für die Spiele 2000 und 2004 scheiterten an organisatorischen Mängeln und Protesten.
Diesmal führt Kaweh Niroomand, ehemaliger Manager der Berlin Volleys, das pro-olympische Komitee im Senat an. Ein weiterer prominenter Unterstützer ist Moritz van Dülmen, Leiter der Kulturprojekte Berlin. Die NOlympia-Initiative hingegen warnt vor ungelösten Problemen bei der Verkehrsinfrastruktur und der Finanzierung.
Der Deutsche Olympische Sportbund wird am 26. September die deutsche Bewerberstadt bestimmen. Erst danach wird klar sein, gegen welche internationalen Konkurrenten Berlin antreten müsste. Eine Bewerbung hinge von der nationalen Zustimmung und der öffentlichen Unterstützung ab. Im Falle einer Nominierung stünde Berlin dann im internationalen Wettbewerb. Die Diskussion über Kosten, Infrastruktur und das olympische Erbe bleibt jedoch umstritten.






