10 April 2026, 22:27

Brandenburgs Cannabis-Teillegalisierung scheitert an Schwarzmarkt und Verkehrssicherheit

Gruppe von Menschen um ein Auto mit einer "Legalise Cannabis Ireland"-Plakette versammelt, Papiere sichtbar im Inneren, vor Gebäuden unter einem klaren blauen Himmel.

Brandenburgs Cannabis-Teillegalisierung scheitert an Schwarzmarkt und Verkehrssicherheit

Brandenburgs Teillegalisierung von Cannabis steht zwei Jahre nach Einführung in der Kritik

Die im April 2024 in Kraft getretene Regelung erlaubt Erwachsenen, kleine Mengen Cannabis anzubauen und zu besitzen. Doch nun stellen Behörden die Wirkung auf den Schwarzmarkt und die Verkehrssicherheit infrage.

Innenminister Jan Redmann (CDU) bezeichnete die Reform als wirkungslos: Der illegale Handel blühe weiter, während die legale Produktion die Nachfrage nicht decken könne. Seit dem 1. Juli 2024 dürfen nicht-kommerzielle Anbauvereine Cannabis für ihre Mitglieder produzieren und verteilen. Diese auf maximal 500 Mitglieder beschränkten Clubs sollten eine legale Alternative zum Schwarzmarkt bieten. In Brandenburg wurden bisher 21 solche Vereine genehmigt, sechs weitere Anträge sind noch in Prüfung.

Bei staatlichen Kontrollen der Vereine gab es bisher keine Verstöße. Bei 26 Überprüfungen verhängten die Behörden weder Bußgelder noch Sanktionen. Dennoch betont Redmann, dass das legale Angebot den illegalen Handel nicht verdrängt habe.

Gleichzeitig wachsen die Bedenken zur Verkehrssicherheit. Die Zahl der Verdachtsfälle von Cannabis am Steuer stieg 2025 um 31,5 Prozent – von 1.313 auf 1.727. Auch die Unfallzahlen unter Cannabis-Einfluss nahmen leicht zu, von 115 im Jahr 2024 auf 119 im vergangenen Jahr.

Die CDU lehnt die Reformen ab. Auf dem Landesparteitag im Februar stimmten die Delegierten für eine Rücknahme der Teillegalisierung und die vollständige Abschaffung des Gesetzes. Kritiker argumentieren, die Regelung habe illegale Netzwerke nur gestärkt, die nun sogar härtere Drogen neben Cannabis vertreiben.

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Das Legalisierungsexperiment in Brandenburg hat seine Ziele verfehlt: Die Nachfrage übersteigt das Angebot der Anbauvereine, während Schwarzmarkt-Händler weiterhin florieren. Angesichts steigender Verkehrsunfälle und wachsender politischer Gegenwehr bleibt die Zukunft des Gesetzes ungewiss.

Quelle