Caritas drängt auf Gesetze für klimafreundliche Heizungen in Mietwohnungen
Tatjana ReinhardtCaritas drängt auf Gesetze für klimafreundliche Heizungen in Mietwohnungen
Caritas fordert Gesetze für klimafreundliche Heizungen in Mietwohnungen
Die katholische Wohlfahrtsorganisation Caritas hat die Bundesregierung aufgefordert, verbindliche Regelungen für klimafreundliche Heizsysteme in Mietwohnungen einzuführen. Die Organisation warnt, dass steigende Energiekosten einkommensschwache Familien besonders hart treffen. Ein Umstieg auf erneuerbare Heizenergien könnte zudem die Abhängigkeit von ausländischem Öl verringern und langfristig für stabilere Preise sorgen, wie Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa betont.
Haushalte mit einem Monatsnettoeinkommen unter 1.300 Euro geben derzeit rund 10 Prozent ihres Budgets für Heizung und Energie aus. Bei Haushalten mit Einkommen über 5.000 Euro liegen diese Kosten bei weniger als 5 Prozent. Diese Ungleichheit unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung ärmerer Familien, wie aus dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht Deutschlands hervorgeht.
Welskop-Deffaa unterstrich die Dringlichkeit eines rechtlichen Rahmens für die Wärmewende. Moderne Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien böten nicht nur stabile Preise, sondern reduzierten auch den CO₂-Ausstoß. Zudem forderte sie einen vereinfachten Zugang zu staatlichen Hilfen wie dem Wohngeld, um Mieterhaushalte in Not zu entlasten.
Die Organisation setzt sich für eine Stärkung der Beratungsangebote ein, darunter den Energie-Check, der einkommensschwachen Haushalten helfen soll, Kosten zu sparen. Reformen bei den Sozialleistungen gelten als unverzichtbar. Bisher hat jedoch noch kein Bundesland oder keine Kommune verbindliche Vorschriften für die Nachrüstung von Mietwohnungen mit klimaneutralen Heizungen erlassen.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung benachteiligter Haushalte zu verringern und gleichzeitig Deutschlands Energiewende zu beschleunigen. Caritas besteht darauf, dass rechtliche Vorgaben und bessere Unterstützungssysteme entscheidend sind. Ohne gezieltes Handeln drohe sich die Energiearmut unter den Ärmsten weiter zu verschärfen.






