CDU-Spaltung: Streiten zwei Politiker über härtere Einbürgerungsregeln und doppelte Staatsbürgerschaft
Tatjana ReinhardtCDU-Spaltung: Streiten zwei Politiker über härtere Einbürgerungsregeln und doppelte Staatsbürgerschaft
Zwei CDU-Politiker haben weitreichende Änderungen des deutschen Staatsbürgerrechts vorgeschlagen. Roman Poseck und Alexander Throm fordern strengere Regeln für die doppelte Staatsbürgerschaft sowie längere Mindestaufenthaltszeiten. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, die Einbürgerung zu erschweren, unterscheiden sich jedoch im Ansatz.
Roman Poseck argumentiert, dass mehrfache Staatsbürgerschaften die Bindung an Deutschland schwächen. Seiner Meinung nach erfordert volle Integration eine klare Verpflichtung gegenüber dem Land. Zwar befürwortet er einen Weg zur Einbürgerung für langjährige Einwohner, bestehe aber darauf, jeden Fall individuell zu prüfen. Poseck plädiert zudem dafür, die doppelte Staatsbürgerschaft auf Ausnahmefälle zu beschränken, und warnt, dass eine weit verbreitete Mehrstaatigkeit die Integration behindern könnte.
Alexander Throms Pläne gehen noch weiter: Er schlägt vor, die doppelte Staatsbürgerschaft vollständig abzuschaffen und die Mindestaufenthaltsdauer für eine Einbürgerung wieder auf acht Jahre zu verlängern. Nach seinem Konzept würde die Frist erst dann beginnen, wenn ein Antragsteller eine Niederlassungserlaubnis besitzt. Throm will zudem Geflüchtete mit Schutzstatus von der Einbürgerung ausschließen. Seine Ideen waren jedoch bereits in früheren Koalitionsverhandlungen als undurchführbar verworfen worden.
Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich die Positionen innerhalb der CDU bei der Abwägung zwischen Integration und strengeren Einbürgerungsregeln sind. Während Poseck auf eine Einzelfallprüfung setzt, drängt Throm auf umfassendere Einschränkungen. Jegliche Änderungen müssten jedoch zunächst politisch ausgehandelt werden, bevor sie Gesetz werden können.






