27 March 2026, 04:32

Chemieindustrie 2026: Covestro-Schwäche und ADNOC-Übernahme verschärfen die Krise

Ein Börsenchart, der auf einem Computerbildschirm mit verschiedenen Farben und Text angezeigt wird.

Chemieindustrie 2026: Covestro-Schwäche und ADNOC-Übernahme verschärfen die Krise

Die deutsche Chemieindustrie steht Anfang 2026 vor tiefgreifenden Umbrüchen. Die Übernahme von Covestro durch ADNOC ist nahezu abgeschlossen – doch der Wert des Unternehmens ist seitdem gesunken. Gleichzeitig drohen Stellenstreichungen und Produktionsrückgänge, da die Branche mit schwacher Nachfrage und hohen Kosten kämpft.

Die Übernahme von Covestro durch ADNOC, die Ende 2025 mit einem Volumen von 14,7 Milliarden Euro bewertet wurde, befindet sich nun in der finalen Phase. Die Marktkapitalisierung des deutschen Konzerns ist seitdem auf etwa 12,35 bis 12,41 Milliarden Euro gefallen. Da die mit ADNOC verbundene Gesellschaft XRG mittlerweile über 95 Prozent der Anteile hält, läuft ein Squeeze-out-Verfahren, und die Börsennotierung wird voraussichtlich bald endet. Die Covestro-Aktie notiert derzeit bei 59,54 Euro – nur knapp über dem Barangebot von 59,46 Euro pro Aktie. Die finanziellen Probleme des Unternehmens haben sich unter ADNOC verschärft: 2025 brach das EBITDA um 31 Prozent auf 740 Millionen Euro ein, zudem verbuchte Covestro einen Nettoverlust von 644 Millionen Euro. Eine Erholung im Jahr 2026 ist nicht in Sicht.

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Parallel dazu haben ADNOC und der österreichische Mineralölkonzern OMV die Unternehmen Borealis, Borouge und Nova Chemicals zur neuen Borouge Group International (BGI) fusioniert. Der Start des neuen Konzerns ist für Ende März 2026 geplant; die Führung übernehmen CEO Roger Kearns und Vertriebsvorstand Stefan Doboczky. Die Umstrukturierung spiegelt die branchenweiten Herausforderungen wider – BASF-Chef Markus Kamieth sprach jüngst von der "schwierigsten Phase seit 25 Jahren".

In Deutschland selbst muss sich die Chemieindustrie auf weitere Einschnitte einstellen. Das Ifo-Institut prognostiziert für 2026 weitere Produktionsrückgänge und Arbeitsplatzverluste. Der US-Konzern Dow hat bereits Werke in Ostdeutschland geschlossen. Ein kleiner Lichtblick ist die Einigung zwischen der Gewerkschaft IG BCE und dem Arbeitgeberverband BAVC auf einen Tarifabschluss für Chemiebeschäftigte: 2027 steigen die Löhne um 2,1 Prozent, ab Januar 2028 kommt eine weitere Erhöhung um 2,4 Prozent hinzu.

Mit dem Delisting von Covestro endet die Börsenpräsenz des Unternehmens nach der ADNOC-Übernahme. Die Aussichten für die Chemieindustrie bleiben düster: sinkende Produktion, Stellenabbau und schwache Finanzkennzahlen prägen das Bild. Die vereinbarten Lohnerhöhungen bringen nur begrenzte Entlastung, während die Unternehmen weiter umstrukturieren müssen, um die anhaltenden Herausforderungen zu bewältigen.

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