Der Tag von Potsdam 1933: Wie ein Händedruck die Geschichte veränderte
Reinhild HänelIn der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - Der Tag von Potsdam 1933: Wie ein Händedruck die Geschichte veränderte
21. März 1933 markierte einen Wendepunkt der deutschen Geschichte. Als Tag von Potsdam bekannt, leitete er den symbolischen Übergang von der Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Herrschaft ein. Das prägendste Bild dieses Tages bleibt der Händedruck zwischen Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg vor der Garnisonkirche.
Die Zeremonie fand in Potsdams Garnisonkirche statt, einem Ort, der heute von Kontroversen umgeben ist. An jenem Tag traf der neu ernannte Reichskanzler Hitler auf den greisen Präsidenten Hindenburg – ein Zeichen für das Bündnis zwischen der alten konservativen Elite und der aufstrebenden NS-Bewegung. Historiker deuteten diesen Moment später als Geburtsstunde des Dritten Reiches.
Die ursprüngliche Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1968 von den DDR-Behörden endgültig abgerissen. Jahrzehnte später begann der Wiederaufbau; die Montage der Turmhaube soll nach Ostern 2026 erfolgen. Das Projekt löst heftige Debatten aus, denn das Gebäude bleibt mit den Ereignissen von 1933 verbunden – ein Symbol für die Machtkonsolidierung der Nationalsozialisten.
Jährlich findet am Ort eine Gedenkveranstaltung statt. Kritiker, insbesondere aus linkspolitischen Kreisen, argumentieren, der Wiederaufbau der Kirche könnte ihre düstere Vergangenheit verherrlichen. Befürworter betonen, es gehe um die Bewahrung von Geschichte, nicht von Ideologie.
Der Tag von Potsdam zählt zu den am meisten analysierten Episoden des Deutschland des 20. Jahrhunderts. Die Garnisonkirche, deren Wiederaufbau voranschreitet, spaltet weiterhin die Meinungen. Ihre künftige Rolle – ob als Ort der Mahnung oder als umstrittenes Denkmal – wird davon abhängen, wie kommende Generationen die Geschichte deuten.






