Deutsche Bahn verschärft Sicherheitsvorkehrungen gegen Gewalt in Regionalzügen
Oscar KabusDeutsche Bahn verschärft Sicherheitsvorkehrungen gegen Gewalt in Regionalzügen
Deutsche Bahn führt neue Sicherheitsmaßnahmen gegen steigende Gewalt in Regionalzügen ein
Die Deutsche Bahn (DB) reagiert mit einem umfassenden Sicherheitskonzept auf die zunehmende Gewalt in ihren Regionalverkehrsdiensten. Trotz eines leichten Rückgangs der Vorfälle auf Bundesebene häufen sich körperliche Angriffe in mehreren Bundesländern. Kern der neuen Strategie sind moderne Technologien, Schutzausrüstung und gezielte Schulungen für Mitarbeiter.
Gewalttaten stellen die DB Regio seit Langem vor Herausforderungen. Zwar sank die Zahl der körperlichen Übergriffe bundesweit 2025 um sieben Prozent, doch in einigen Regionen stieg sie deutlich an. Besonders betroffen sind Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Teile Baden-Württembergs, wo die Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent zunahmen.
Um die Lage zu entschärfen, testet DB Regio verschiedene Sicherheitsansätze. Ab Juli werden Servicekräfte in Risikogebieten stabilsichere Westen tragen. Zudem führt das Unternehmen das „1-zu-1-Begleitsystem“ sowie eine Doppelbesetzung in Kundenkontaktbereichen ein – Maßnahmen, die das Risiko für allein arbeitende Mitarbeiter verringern sollen.
Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist die Schulung der Belegschaft. Bis August müssen alle relevanten Mitarbeiter verpflichtende Deeskalationstrainings absolvieren, darunter ein Modul zum selbstbewussten Auftreten in Konfliktsituationen. Körperkameras, die bereits im Einsatz sind, haben bereits eine abschreckende Wirkung gezeigt; zusätzliche Schulungen sollen ihren Einsatz weiter optimieren.
Auch KI-Technologie soll die Sicherheit erhöhen. Ein Pilotprojekt in Bremen bestätigte, dass KI-gestützte Konflikterkennung sowohl technisch funktionsfähig als auch datenschutzrechtlich unbedenklich ist. Das System analysiert Echtzeit-Kameraaufnahmen und warnt Sicherheitskräfte automatisch vor potenziellen Bedrohungen – schneller als bisher möglich.
Die kombinierten Maßnahmen – Schutzausrüstung, Schulungen und KI-Überwachung – werden in den kommenden Monaten schrittweise eingeführt. DB Regio erhofft sich dadurch eine Reduzierung der Vorfälle und eine verbesserte Sicherheit für Mitarbeiter wie Fahrgäste. Die Ergebnisse der Testphasen und Schulungen entscheiden, ob die Konzepte weiter ausgebaut werden.






