Deutschland plant Alkohol-Verbot für Jugendliche unter 16 – selbst mit Eltern
Tatjana ReinhardtDeutschland plant Alkohol-Verbot für Jugendliche unter 16 – selbst mit Eltern
Deutschland will das Alkoholgesetz für Jugendliche verschärfen – ein neuer Gesetzentwurf sieht strengere Regeln vor. Demnach soll es 14- und 15-Jährigen künftig verboten sein, Bier, Wein oder Sekt zu trinken – selbst in Begleitung der Eltern. Bundesfamilienministerin Karin Prien treibt die Reform als Teil umfassender Maßnahmen zum Jugendschutz voran.
Die geplante Änderung des Jugendschutzgesetzes zielt darauf ab, eine bestehende Ausnahmeregelung abzuschaffen. Bisher dürfen Kinder ab 14 Jahren bestimmte alkoholisierte Getränke legal konsumieren, sofern ein Elternteil oder eine erziehungsberechtigte Person anwesend ist. Das Ministerium argumentiert, dass diese Praxis junge Menschen gesundheitlichen Risiken, gewalttätigem Verhalten und Vernachlässigung aussetzt.
Der Vorstoß für schärfere Vorschriften folgt auf jahrelange Debatten über den Alkoholkonsum von Jugendlichen. Studien aus den Jahren 2023 und 2025 zeigten, dass 66 Prozent der 12- bis 17-Jährigen bereits Alkohol getrunken hatten, wobei 15 Prozent angaben, kürzlich exzessiv Alkohol konsumiert zu haben. Zwar gingen die Krankenhausfälle wegen Rauschtrinkens bei Jugendlichen zwischen 2022 und 2023 um 19 Prozent zurück, doch Experten fordern weitere Präventionsmaßnahmen. Ein 2026 gegründetes Bündnis aus 25 Organisationen unter Führung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) unterstützt die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Strategien, darunter höhere Altersgrenzen, Werbeverbote und Warnhinweise auf Verpackungen.
Im Gesetzentwurf heißt es, die Neuregelung stehe im Einklang mit den Bemühungen, Suchterkrankungen konsequenter zu bekämpfen. Sie ist Teil eines größeren Reformpakets, das auch die Kinder- und Jugendhilfe modernisieren soll. Der Vorschlag wird derzeit mit Interessenvertretern beraten; eine Abstimmung im Bundestag wird noch in diesem Jahr erwartet.
Falls das Gesetz verabschiedet wird, wäre damit das kontrollierte Trinken unter Aufsicht für 14- und 15-Jährige nicht mehr erlaubt. Die Bundesregierung geht davon aus, dass strengere Kontrollen den frühen Alkoholkonsum und die damit verbundenen Schäden verringern werden. Die Reform spiegelt den wachsenden Druck von Gesundheitsbefürwortern und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den Trinkgewohnheiten Jugendlicher wider.






