Deutschland will US-Langstreckenraketen kaufen – doch der Deal steht auf der Kippe
Reinhild HänelDeutschland will US-Langstreckenraketen kaufen – doch der Deal steht auf der Kippe
Deutschland drängt auf den Kauf hochmoderner Langstreckenraketensysteme aus den USA. Das geplante Abkommen umfasst Marschflugkörper vom Typ Tomahawk sowie Typhon-Startsysteme und soll eine kritische Lücke in der europäischen Verteidigung schließen. In Berlin bereiten sich Beamte derzeit auf hochrangige Gespräche in Washington vor, um die Freigabe zu erwirken.
Das deutsche Verteidigungsministerium hat Pläne bestätigt, drei Typhon-Startanlagen und 400 Tomahawk Block VB-Marschflugkörper zu erwerben. Da Europa über keine bodengestützten Langstreckenraketen verfügt, betrachtet Deutschland diesen Kauf als unverzichtbar. Bisher setzen nur Großbritannien und Frankreich see-gestützte Marschflugkörper ein, was eine erhebliche Schwachstelle in der kontinentalen Verteidigung hinterlässt.
Berlin ist bereit, einen Aufpreis zu zahlen, um die Lieferungen zu beschleunigen. Die Eile erklärt sich vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über eine verringerte militärische Präsenz der USA in Europa, die nach Ansicht einiger die Abschreckung gegenüber Russland schwächen könnte. Verteidigungsminister Boris Pistorius soll in Kürze nach Washington reisen, um mit der Regierung unter Trump über das mögliche Geschäft zu verhandeln.
Trotz der deutschen Bemühungen gibt es weiterhin Skepsis. Carlo Masala, Professor für internationale Politik, äußerte, dass der Plan zum Kauf der Tomahawks voraussichtlich scheitern werde. Das Verteidigungsministerium betont jedoch, dass die Beschaffung verfügbarer Systeme weiterhin aktiv geprüft werde.
Falls das Abkommen genehmigt wird, würde es die deutschen Langstreckenkampfkapazitäten deutlich stärken. Die Anschaffung der Tomahawks und Typhon-Systeme würde eine zentrale strategische Lücke in der europäischen Verteidigung schließen. Das Ergebnis der anstehenden Gespräche in Washington wird zeigen, ob der Plan vorankommt.






