27 June 2026, 14:18

Dieter Nuhrs frauenfeindliche Witze entfachen Debatte über Satire und Opferbeschuldigung

Dieter Nuhrs Misogynie-Witze

Dieter Nuhrs frauenfeindliche Witze entfachen Debatte über Satire und Opferbeschuldigung

Der Komiker Dieter Nuhr steht wegen frauenfeindlicher Witze in seinem jüngsten ARD-Programm in der Kritik. Zu seinen umstrittenen Äußerungen gehört der „Ratschlag“, Frauen sollten potenzielle Partner gründlicher prüfen, um nicht ermordet zu werden – eine Aussage, die viele als Opferbeschuldigung werten. Trotz der Empörung läuft seine Show unverändert weiter und wird weiterhin auf den öffentlich-rechtlichen Sendern ausgestrahlt.

In seinem aktuellen Auftritt „scherzte“ Nuhr etwa, Parklücken seien „konstruktionsbedingt zu klein“ für Frauen. Zudem verharmloste er Femizide, indem er Frauen nahelegte, ihre Partner vor intimen Beziehungen besser kennenzulernen, um einem möglichen Mord zu entgehen. Kritiker werfen ihm vor, mit solchen „Witzen“ frauenverachtende Haltungen zu verstärken und die Verantwortung von den Tätern auf die Opfer zu verschieben.

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In Deutschland fallen jährlich zwischen 300 und 350 Frauen Femiziden zum Opfer – oft als Folge langjähriger Gewalt durch aktuelle oder ehemalige Partner. Nuhr hingegen bestreitet, dass es sich dabei um ein strukturelles Problem handelt. Der Rundfunksender rbb verteidigte die Sendung mit dem Verweis auf künstlerische und satirische Freiheit, obwohl öffentlich-rechtliche Anstalten gesetzlich zur Wahrung der Menschenwürde verpflichtet sind.

Für Nuhr oder sein Programm gab es bisher keine Konsequenzen. Seine Auftritte bleiben für das Publikum zugänglich, und die öffentlich-rechtlichen Sender bieten ihm weiterhin eine Bühne. Die Debatte zeigt einmal mehr, wie umstritten die Grenzen von Satire und die Darstellung geschlechtsspezifischer Gewalt in den Medien sind.

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