10 April 2026, 12:29

Dulger warnt: Deutschlands Gesundheitssystem droht die Finanzkrise – Reformen überfällig

Schwarz-weißer Architekturplan des Rosenhof-Krankenhauses in Hamburg, Deutschland, zeigt detailliertes Layout mit zahlreichen Drähten, Zimmern, Fluren und Textanmerkungen.

Dulger warnt: Deutschlands Gesundheitssystem droht die Finanzkrise – Reformen überfällig

Deutschlands Gesundheitssystem steht vor einer wachsenden Finanzkrise, warnt ein führender Wirtschaftsverband. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), fordert dringende Reformen, um die explodierenden Kosten zu bremsen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der eine von der Regierung eingesetzte Kommission kurz vor der Vorstellung ihrer Langzeitfinanzierungsvorschläge steht.

Dulger benannte mehrere finanzielle Belastungsfaktoren des Systems. Der Staat überweist derzeit monatlich 140 Euro pro Person an die Krankenkassen – dennoch bleibt ein jährliches Defizit von rund 10 Milliarden Euro. Hinzu kommen Verwaltungskosten in Höhe von über 26 Milliarden Euro pro Jahr, die den Druck weiter erhöhen.

Um die Last zu verringern, schlug Dulger vor, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern abzuschaffen – eine Maßnahme, die seiner Einschätzung nach etwa 3 Milliarden Euro einsparen könnte. Zudem regte er an, die Krankenkassenbeiträge für Bezieher von Bürgergeld zu erhöhen. Darüber hinaus plädierte er für strengere Effizienzmaßnahmen, darunter den Abbau überflüssiger Krankenhauskapazitäten und die Einführung stärkerer finanzieller Anreize für bessere Leistungen.

Die Gesundheitsfinanzierungskommission, die auf Initiative von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingerichtet wurde, soll nachhaltige Finanzierungslösungen erarbeiten. Ihr Bericht wird voraussichtlich am Montag der Bundesregierung vorgelegt. Dulger forderte zusätzlich einen sofortigen Ausgabenstopp, um weitere Beitragserhöhungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu verhindern.

Trotz der höchsten Gesundheitsausgaben Europas kritisieren Beobachter, dass das System keine angemessene Gegenleistung in Form von Qualität biete. Der anstehende Bericht der Kommission wird mögliche Reformen skizzieren, um die Zukunft des Systems zu sichern. Ohne Kurskorrekturen könnten die steigenden Kosten Arbeitnehmer, Unternehmen und Steuerzahler weiter belasten. Die Regierung steht nun unter Zugzwang, die Empfehlungen nach Vorlage umzusetzen.

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