Emmendingen streicht Abendbusse – Kommunen müssen für Lücken aufkommen
Oscar KabusEmmendingen streicht Abendbusse – Kommunen müssen für Lücken aufkommen
Der Landkreis Emmendingen hat Kürzungen im örtlichen Nahverkehr vorgeschlagen, um die Haushaltsbelastung zu verringern. Steigende Kosten zwingen die Behörde, insbesondere die Abendverbindungen auf Entwicklungsstrecken zu reduzieren. Durch diese Maßnahmen sollen jährlich etwa 100.000 Euro eingespart werden.
Die Pläne kommen zu einer Zeit, in der die Betriebskosten für den öffentlichen Verkehr die ursprünglichen Schätzungen deutlich übersteigen. Trotz jüngster Verbesserungen im Mobilitätsangebot bleibt die finanzielle Belastung beträchtlich. Der Umwelt- und Technikausschuss wird die Vorschläge am 29. Juni prüfen, die endgültige Abstimmung im Kreistag ist für den 20. Juli vorgesehen.
Ab der Fahrplanänderung im Dezember könnten die Abendbusse in Städten wie Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim bereits um 20 Uhr enden. Die Kommunen müssen dann entscheiden, ob sie diese Verbindungen weiter finanzieren oder die früheren Fahrplanenden akzeptieren. Für 2027 sind zusätzliche Einsparungen von rund 200.000 Euro durch eine weitere Optimierung der Schul- und Linienbusse geplant.
Ein vorgeschlagenes Mobilitätsticket als mögliche neue Einnahmequelle stieß auf Skepsis. Beamte nannten hohe Verwaltungskosten und rechtliche Bedenken als Hauptprobleme. Dennoch plant der Landkreis, 2026 rund neun Millionen Euro für den örtlichen Nahverkehr und Schülerbeförderung bereitzustellen. Eine Verkehrsuntersuchung 2027 soll weitere Kürzungsmöglichkeiten für das Folgejahr aufzeigen.
Ziel des Landkreises ist es, durch Sparmaßnahmen den Haushalt auszugleichen. Die Abendverbindungen könnten ab Dezember eingeschränkt werden, während die Kommunen vor Finanzierungsentscheidungen stehen. Die endgültige Beschlussfassung über die Pläne obliegt dem Kreistag im Juli.
