Energiekrise verschärft globale Ungleichheit: Ölkonzerne kassieren, Verbraucher zahlen
Eileen SontagEnergiekrise verschärft globale Ungleichheit: Ölkonzerne kassieren, Verbraucher zahlen
Die globale Energiekrise treibt weiterhin die Kosten für Treibstoff, Lebensmittel und Transport in die Höhe. Sollte sich die Lage weiter verschärfen, könnten Millionen weitere Menschen von Hunger bedroht sein, warnt die UNO. Gleichzeitig verzeichnen Ölkonzerne Rekordgewinne, während Regierungen und Verbraucher die finanzielle Last tragen.
Die steigenden Ölpreise haben die Kosten für Düngemittel, Schifffahrt und Grundnahrungsmittel in die Höhe getrieben. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) warnt, dass bis zu 45 Millionen zusätzliche Menschen mit Hunger kämpfen könnten, falls die Krise über die Jahresmitte hinaus anhält. Weltweit zahlen bereits Milliarden Menschen mehr für Treibstoff, was die Haushaltsbudgets stark belastet.
In Deutschland fühlen sich fast 80 Prozent der Bevölkerung aufgrund der Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verletzlich. Die hier eingeführte Übergewinnsteuer für Energieunternehmen hat seit dem russischen Angriff auf die Ukraine etwa 2,5 Milliarden Euro eingebracht. Dennoch florieren die großen Ölkonzerne weiter – der Nettogewinn von BP verdoppelte sich im frühen Jahr 2023 fast und erreichte 2,7 Milliarden Euro.
Andernorts stiegen Chinas Exporte von Solarmodulen im März stark an und verdoppelten sich im Vergleich zu den Februar-Zahlen. Südkoreas Präsident hat Pläne angekündigt, die Netzinfrastruktur auszubauen und ein "Solar-Einkommens"-Programm für ländliche Gemeinden einzuführen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Abhängigkeit von den schwankenden Energiemärkten zu verringern.
Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), bringt die Krise mit den Politikentscheidungen unter Donald Trump und Benjamin Netanyahu in Verbindung. Kritiker argumentieren, dass zwar die Kosten an die Allgemeinheit weitergegeben werden, die Gewinne jedoch bei wenigen Konzernen konzentriert bleiben.
Die Energiekrise vertieft die Ungleichheit, da Haushalte und Regierungen die höheren Ausgaben stemmen müssen. Sollten die Preise weiter auf hohem Niveau bleiben, droht die Ernährungsunsicherheit weiter zu steigen. Regierungen suchen nun nach Lösungen im Bereich erneuerbarer Energien, um die Abhängigkeit von teuren fossilen Brennstoffimporten zu reduzieren.






