Ermittlungen gegen "Achse des Guten" wegen historischem Slogan aus dem Jahr 1931
Reinhild HänelErmittlungen gegen "Achse des Guten" wegen historischem Slogan aus dem Jahr 1931
Deutsche Behörden haben ein Ermittlungsverfahren gegen das konservative Online-Magazin Achse des Guten eingeleitet, nachdem es einen historischen Artikel erneut veröffentlicht hatte. Der Vorwurf bezieht sich auf einen darin enthaltenen Slogan aus dem Jahr 1931, der ursprünglich in einer sozialdemokratischen Zeitung abgedruckt worden war. Der Fall wurde inzwischen an das bayerische Landeskriminalamt zur weiteren Prüfung überwiesen.
Auslöser der Ermittlungen ist ein im Mai 2024 erschienener Beitrag mit dem Titel "Selbst Sozialdemokraten riefen 'Alles für Deutschland'". Der Artikel reproduzierte einen Bericht aus dem Jahr 1931 der SPD-nahen Zeitung Das Reichsbanner, in dem die Parole "Alles für Deutschland" zu lesen war – ein Slogan, der heute mit rechtsextremer Rhetorik in Verbindung gebracht wird. Ein namentlich nicht bekannter Hinweisgeber meldete den Artikel bei der Meldestelle Hessen Gegen Hetze, die sich mit illegalen Online-Inhalten befasst. Diese informierte daraufhin das Bundeskriminalamt (BKA).
Das BKA leitete den Fall an das bayerische Landeskriminalamt (LKA) weiter. Zwar hat die Verwendung des Slogans in der Vergangenheit bereits zu Geldstrafen geführt – etwa gegen den AfD-Politiker Björn Höcke –, doch ist seine Verwendung in historischem oder bildungspolitischem Kontext nicht automatisch strafbar. Die 2004 von den Journalisten Henryk M. Broder und Dirk Maxeiner gegründete Plattform Achse des Guten gilt als liberal-konservatives Medium. Warum ausgerechnet gegen das Blog ermittelt wird, haben die Behörden bisher nicht erläutert.
Unklar bleibt vorerst, wie der Fall ausgehen wird, denn die rechtliche Bewertung hängt davon ab, ob die Wiedergabe des Slogans pädagogischen Zwecken diente oder als Billigung verfassungsfeindlicher Symbole zu werten ist.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen gegen Achse des Guten steht die erneute Veröffentlichung eines historischen Slogans, der heute mit rechtsextremen Strömungen assoziiert wird. Warum der Fall verfolgt wird, haben die zuständigen Stellen bisher nicht begründet – die rechtliche Grundlage bleibt damit fraglich. Für aktuelle Entwicklungen wären Anfragen bei den deutschen Behörden oder offiziellen Staatsveröffentlichungen erforderlich.






