20 June 2026, 20:19

EU plant digitale Identitätsbörse – Start für 2027 trotz Sicherheitsrisiken

Identifizieren, überwachen, kontrollieren: Die EU plant die digitale Identität

EU plant digitale Identitätsbörse – Start für 2027 trotz Sicherheitsrisiken

Die EU entwickelt eine neue Digitale Identitätsbörse, um die Identitätsprüfung – sowohl online als auch offline – zu vereinfachen und abzusichern. Aufbauend auf dem bestehenden deutschen elektronischen Identitätssystem wird sie Kommunen, Landesbehörden und Bundesinstitutionen vernetzen. Erste Testläufe laufen bereits, der vollständige Start ist für Januar 2027 geplant.

Mit der digitalen Börse können Nutzerinnen und Nutzer ihre Identität für digitale Dienstleistungen nachweisen, wichtige Dokumente speichern und diese sicher weitergeben. Zudem soll sie Altersverifikationsfunktionen enthalten – ein früher Prototyp einer entsprechenden App wurde im April 2023 vorgestellt. Doch IT-Sicherheitsexperten deckten kurz nach der Präsentation durch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schnell Schwachstellen auf, indem sie die Anwendung hackten.

Die Bundesdruckerei ist für den Aufbau des Backend-Systems zuständig, das die personenbezogenen Identifikationsdaten für die Börse ausstellt. Trotz der geplanten Vorteile warnen Datenschützer jedoch vor den Risiken von Massenüberwachung und staatlicher Repression. Parallel treibt die EU weitere Vorhaben voran, etwa die Chatkontrolle und das Client-Side-Scanning, die die Verschlüsselung schwächen und es Tech-Konzernen ermöglichen könnten, Chats freiwillig zu überwachen.

Ziel der EU-Digitalen Identitätsbörse ist es, die Identitätsprüfung und Dokumentenverwaltung zu optimieren. Ihr Erfolg hängt davon ab, ob Sicherheitsbedenken ausgeräumt und ein Ausgleich zwischen Privatsphäre und Funktionalität gefunden wird. Das System soll Anfang 2027 in der gesamten EU eingeführt werden.

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