Flugticketsteuer sinkt ab Juli – doch Passagiere profitieren kaum von der Entlastung
Reinhild HänelFlugticketsteuer sinkt ab Juli – doch Passagiere profitieren kaum von der Entlastung
Deutschland senkt Flugticketsteuer ab 1. Juli 2023, um angeschlagene Airlines und Flughäfen zu entlasten
Die Maßnahme soll der Branche unter die Arme greifen, die unter stark gestiegenen Kerosinpreisen und damit verbundenen höheren Ticketkosten leidet. Doch Beamte warnen: Die Steuerentlastung wird die durch die Energiekrise verursachten Preisanstiege nicht ausgleichen können.
Anja Karliczek, Vorsitzende des Tourismusausschusses des Bundestags, betonte die massiven Belastungen, denen der Reisesektor ausgesetzt ist. Zwar sei die Senkung der Luftverkehrsabgabe ein wichtiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Drehkreuze zu stärken – doch ein Stopp der Preisspirale sei damit nicht verbunden. Ziel der Steueranpassung ist es, heimische Fluggesellschaften und Flughäfen vor weiteren Marktanteilsverlusten gegenüber ausländischen Konkurrenten zu schützen.
Die hohen Kerosinkosten bleiben jedoch ein globales Problem und belasten Fluggesellschaften weltweit. Karliczek forderte zudem Investitionen in die Flughafeninfrastruktur, um den Binnen- und internationalen Tourismus zu fördern. Ohne attraktive Drehkreuze drohe Deutschland im Reisemarkt weiter zurückzufallen.
Trotz der bevorstehenden Steuererleichterung ist für Passagiere kaum mit sinkenden Ticketpreisen zu rechnen. Die energiebedingten Preistreiber werden dominieren – für Reisende bleibt die finanzielle Entlastung damit begrenzt.
Die Steuersenkung tritt zwar am 1. Juli in Kraft, ihr Effekt auf die Ticketpreise wird jedoch gering ausfallen. Airlines und Flughäfen stehen weiterhin vor großen Herausforderungen durch Kraftstoffkosten und Wettbewerb. Nun rückt die Regierung die Verbesserung der Infrastruktur in den Fokus, um Deutschlands Position im Tourismussektor zu festigen.






