GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert radikale Reformen
Tatjana ReinhardtGDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert radikale Reformen
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihre Finanzpraktiken kritisiert. Er bezeichnete die komplexen Strukturen des Konzerns als eine "Geldwäschemaschine", die Ausgaben verschleiere und öffentliche Mittel verschlinge. Seine Äußerungen fielen in eine Phase, in der sowohl Unterstützung als auch Kritik an den jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen von DB-Vorstandschefin Evelyn Palla geäußert werden.
Reißen warf der Bahn vor, durch undurchsichtige interne Abrechnungssysteme und Hunderte von Tochtergesellschaften Finanzströme zu zersplittern. Diese Vorgehensweise diene dazu, Steuergelder abzusichern, während eine wirksame Kontrolle nahezu unmöglich gemacht werde.
Er lobte Pallas Entscheidung, den Führungskreis um die Hälfte zu verkleinern, und bezeichnete dies als notwendigen Schritt zur Steigerung der Produktivität. Ebenso unterstützte er die Entlassung von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie der Finanzvorständin Karin Dohm – mit der Begründung, dass eine konsequente Führungsebene erforderlich sei.
Gleichzeitig äußerte Reißen jedoch Frust über Dohms ursprüngliche Einstellung und bezeichnete sie als unqualifiziert für die Position. Solche Personalentscheidungen bergen seiner Ansicht nach die Gefahr, Steuergelder zu verschwenden und unnötige Kontroversen zu schüren. Zwar begrüßte er Pallas Reformbemühungen, forderte sie aber auf, statt auf Ankündigungen zu setzen, entschlossener zu handeln.
Reißens Aussagen unterstreichen die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der finanziellen Transparenz und der Führungsentscheidungen bei der Bahn. Seine Zustimmung zu Pallas Personalabbau und Entlassungen steht dabei im Kontrast zu seiner grundsätzlichen Kritik an der Unternehmensführung. Die Debatte über Effizienz und Verantwortung bei der DB wird voraussichtlich weitergehen, während die Umstrukturierung voranschreitet.






