09 May 2026, 14:28

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Russische Flaggen sorgen für Eklat beim 81. Befreiungsjubiläum

Plakat mit rotem Hintergrund und russischer Flagge mit Krone darauf.

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Russische Flaggen sorgen für Eklat beim 81. Befreiungsjubiläum

Spannungen bei Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale)

Bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) kam es diese Woche zu Auseinandersetzungen. Die Feier, die an den Kampf gegen das NS-Regime erinnern sollte, wurde von Konflikten zwischen Teilnehmenden und einer umstrittenen Gruppe überschattet, die russische Flaggen zeigte. Die Veranstalter und Redner verurteilten den Auftritt der Gruppe scharf und warfen ihr vor, rechtsextreme Sympathien zu hegen.

Die Gedenkfeier fand auf dem Südfriedhof statt, wo 977 sowjetische Bürgerinnen und Bürger begraben liegen. Zwar wurde Halle 1945 von der US-Armee befreit, doch die Zeremonie würdigte auch die Rolle der Roten Armee im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland. Die Anwesenden legten Blumen am Ehrenhain für deutsche Widerstandskämpfer nieder.

Die stellvertretende Oberbürgermeisterin Dr. Judith Marquardt hinterließ im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen offiziellen Kranz. Die Stimmung kippte jedoch, als Mitglieder der sogenannten „Halle-Bewegung“ mit russischen Flaggen und Symbolen auftauchten. Die Veranstalter warfen der Gruppe vor, die rechtspopulistische AfD zu unterstützen und Russlands Krieg gegen die Ukraine zu billigen.

Lukas Wanke von der VVN-BdA, einer antifaschistischen Organisation, betonte, der Kampf gegen den Faschismus sei noch nicht beendet. Gleichzeitig warnte er davor, die historische Rolle der Roten Armee für die Rechtfertigung heutiger Ungerechtigkeiten zu instrumentalisieren. Eric Stehr von der Linken pflichtete ihm bei und argumentierte, Neutralität angesichts von Faschismus – ob damals oder heute – sei inakzeptabel.

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Die Veranstaltung endete mit tiefen Gräben. Während die einen das gemeinsame Opfer sowjetischer und alliierter Soldaten ehrten, verurteilten andere das Zeigen prorussischer Symbole. Die Organisatoren machten deutlich: Für rechtsextreme oder kriegsverherrlichende Botschaften sei bei einer Gedenkfeier für antifaschistischen Widerstand kein Platz.

Quelle