23 June 2026, 20:17

Gericht stoppt Spiegel-Berichte über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Berichte über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal

Ein deutsches Gericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel in einem viel beachteten Fall mit dem Schauspieler Christian Ulmen erlassen. Das Magazin darf nun bestimmte Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Deepfake-Skandal nicht mehr veröffentlichen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt zudem gegen Ulmen wegen separater Vorwürfe häuslicher Gewalt.

Das Hanseatische Oberlandesgericht entschied, dass Der Spiegel nicht behaupten darf, Ulmen habe pornografische Videos mit KI erstellt oder verbreitet, in denen seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, zu sehen ist. Das Gericht sah keine ausreichenden Beweise für diese Vorwürfe. Zudem darf das Magazin Zitate aus einer 50 Jahre alten E-Mail Ulmens nicht mehr veröffentlichen, da diese in den geschützten privaten Lebensbereich fällt.

Ulmen hatte Der Spiegel zunächst im April verklagt. Das Landgericht Hamburg hatte im Mai in erster Instanz entschieden, dass die Berichterstattung des Magazins zulässig sei. Fernandes wirft Ulmen nicht nur vor, die gefälschten Videos produziert zu haben, sondern auch, unter ihrem Namen gefälschte Social-Media-Profile angelegt zu haben. Trotz der Einschränkungen bleibt es Der Spiegel weiterhin erlaubt, über ihre Vorwürfe körperlicher Misshandlung zu berichten.

Das Urteil ist ein wichtiger Erfolg für Ulmens Anwaltskanzlei Schertz-Bergmann, die darauf abzielt, die öffentliche Debatte über den Fall wieder sachlicher zu gestalten. Unterdessen kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig an, die Gesetze gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und digitale sexualisierte Gewalt zu verschärfen.

Die einstweilige Verfügung schränkt Der Spiegel in der Veröffentlichung bestimmter Details zu den Deepfake-Vorwürfen ein. Die Staatsanwaltschaft prüft weiterhin die Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen Ulmen. Der Fall unterstreicht die anhaltenden rechtlichen und legislativen Bemühungen, digitale Gewalt in Deutschland einzudämmen.

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