08 May 2026, 14:32

Großrazzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in der Paketbranche

Alte deutsche Postkarte mit einer Marke, die den Text "Weitpostverein - Union Postale Universale" zeigt, in sehr gutem Zustand.

Großrazzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in der Paketbranche

Großrazzia gegen illegale Beschäftigung im deutschen Paketdienst-Sektor deckt flächendeckende Verstöße auf

Eine groß angelegte Kontrollaktion gegen illegale Arbeitsverhältnisse in der deutschen Paketbranche hat weit verbreitete Missstände aufgedeckt. Zollbehörden überprüften Tausende Fahrer und stießen auf nicht angemeldete Beschäftigung, ausstehende Löhne sowie Ausbeutung. Die Ermittlungen zeigen, wie tief die Probleme in einer Branche verwurzelt sind, die vom Boom des Online-Handels profitiert.

Mehr als 2.900 Zollbeamte führten bundesweit Kontrollen durch, mit Schwerpunkt auf 27 Unternehmen in Köln und 16 in Münster. Dabei wurden Fahrer ohne gültige Arbeitsverträge entdeckt, denen der Mindestlohn vorenthalten wurde und deren Arbeitszeiten manipuliert worden waren. In einem Fall arbeitete ein 39-jähriger Türke in Köln ohne gültige Arbeitserlaubnis.

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Viele Fahrer waren über Subunternehmer beschäftigt, die für große Konzerne wie Amazon, DPD, Hermes und GLS tätig sind. Einige wurden gezwungen, Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern zu mieten, was ihre Einnahmen schmälert. Andere wussten nicht einmal, für welches Unternehmen sie offiziell arbeiteten. Zudem deckte der Zoll Fälle auf, in denen Sozialabgaben umgangen wurden, sodass die Beschäftigten ohne Absicherung blieben.

Die Paketbranche ist durch den Anstieg der Online-Bestellungen rasant gewachsen, doch dieser Aufschwung hat zu einem Arbeitskräftemangel geführt. Unternehmen greifen zunehmend auf Subunternehmer zurück – ein Umstand, der illegale Praktiken begünstigt. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat nun strengere Maßnahmen angekündigt, um Ausbeutung zu stoppen und Arbeitsgesetze durchzusetzen.

Die Kontrollen offenbarten systemische Probleme in der Branche, von Lohnbetrug bis hin zu illegalen Anstellungen. Die Behörden versprechen eine härtere Gangart, um Arbeitnehmer zu schützen und Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Ergebnisse könnten zu rechtlichen Schritten gegen Firmen führen, die gegen Arbeitsvorschriften verstoßen.

Quelle