Güterbahnverkehr in Deutschland: Marode Infrastruktur löst Chaos und Forderungen nach Reformen aus
Oscar KabusGüterbahnverkehr in Deutschland: Marode Infrastruktur löst Chaos und Forderungen nach Reformen aus
Schwere Störungen im deutschen Güterbahnverkehr durch marode Infrastruktur
Der Güterbahnsektor in Deutschland kämpft mit massiven Einschränkungen aufgrund von Infrastrukturpannen. Der Bundesverband Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) warnt vor wiederkehrenden Betriebsausfällen – darunter ein bundesweiter Ausfall des GSM-R-Funknetzes für den Schienenverkehr. Die Geschäftsführerin Neele Wesseln übt scharfe Kritik an DB InfraGO und wirft dem Infrastrukturunternehmen vor, zuverlässige Dienstleistungen zunehmend weniger gewährleisten zu können.
Der jüngste Vorfall betraf einen vollständigen Zusammenbruch des GSM-R-Radiostystems im gesamten Land. Während der Störung fehlten nach Angaben der Branche wirksame Notfallpläne, was zu massiven Verspätungen und wachsenden Sicherheitsbedenken führte.
Als weiteres Alarmzeichen für tiefe strukturelle Probleme nennt der Verband das mehrtägige Chaos an Christi Himmelfahrt. Damals waren unter anderem die Fahrplanbüros nur eingeschränkt erreichbar, was den Güterverkehr zusätzlich belastete. Unternehmen beschreiben ihren Arbeitsalltag mittlerweile als Dauer-Krisenmodus: Lieferketten sind gestört, die Belegschaften stehen unter enormem Druck.
Als Reaktion fordert der Verband eine strengere staatliche Aufsicht über DB InfraGO. Die Bundesregierung wird aufgefordert, entschlossener gegen die Missstände bei dem Infrastrukturbetreiber vorzugehen. Zudem appelliert die Branche an den Verkehrsausschuss des Bundestags, die aktuellen Störungen zu thematisieren und Stabilisierungsmaßnahmen umzusetzen.
Langfristig setzt sich der Verband für die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur ein, das die Steuerung überwachen soll. Dies sei ein notwendiger Schritt, um die Stabilität im System wiederherzustellen und weitere Betriebsausfälle zu verhindern. Die Forderungen nach Reformen spiegeln die wachsende Verärgerung in der Branche über die anhaltenden Infrastrukturdefizite wider.
