Hendrik Hering zieht sich nach Kritik an Lotto-Posten zurück
Hendrik Hering hat sich nur einen Tag nach seiner Nominierung von seiner geplanten Position als geschäftsführender Mitgesellschafter der Lotto Rheinland-Pfalz zurückgezogen. Der Rückzug erfolgte angesichts heftiger öffentlicher Kritik und Vorwürfe der politischen Vetternwirtschaft. Hering, der zehn Jahre lang Präsident des Landtages von Mainz war, hatte dieses Amt bereits am 18. Mai 2026 niedergelegt.
Die Kontroverse begann, als die Deutsche Presse-Agentur (dpa) bekannt gab, dass die SPD Hering gemeinsam mit Christian Baldauf für die Führung der Lotto Rheinland-Pfalz vorgesehen hatte. Während Baldaufs Ernennung bereits öffentlich bekannt war, war Herings geplante Berufung bis zum Bekanntwerden der Pläne unter Verschluss gehalten worden.
Oppositionspolitiker und die Öffentlichkeit reagierten empört und bezeichneten die Personalie als klaren Fall von Günstlingswirtschaft. Kritiker monierten, dass das Gehalt für die Position die Bezüge des Ministerpräsidenten des Landes übersteigen würde. Viele stellten zudem infrage, ob öffentliche Gelder auf diese Weise eingesetzt werden sollten, statt soziale Projekte zu fördern.
Hering räumte ein, dass die Pläne bereits seit einiger Zeit in Vorbereitung gewesen seien. Später nannte er Bedenken hinsichtlich der Schäden für das politische Vertrauen und den Ruf der SPD in Rheinland-Pfalz als Gründe für seinen Rückzug. Seine Entscheidung fiel, nachdem er eingesehen hatte, dass der Schritt die ohnehin wachsende Politikverdrossenheit in der Bevölkerung weiter vertiefen könnte.
Durch Herings Rückzug bleibt die Führungsstruktur der Lotto Rheinland-Pfalz vorerst unklar. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen bei politischen Personalentscheidungen und der Verwendung öffentlicher Mittel auf. Die SPD steht nun vor der Herausforderung, die Folgen der gescheiterten Nominierung aufzufangen.






