Historischer Erdrutschsieg: Freie Wähler brechen CSU-Herrschaft in Miesbach
Reinhild HänelHistorischer Erdrutschsieg: Freie Wähler brechen CSU-Herrschaft in Miesbach
Jens Zangenfeind von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) hat die Stichwahl um das Amt des Landrats im Landkreis Miesbach mit einem Erdrutschsieg für sich entschieden. Mit 78 Prozent der Stimmen setzte er sich deutlich gegen den CSU-Kandidaten Franz Schnitzenbaumer durch. Dieser Wahlsieg beendet jahrzehntelange CSU-Vorherrschaft in der Region.
Die Abstimmung fand am 22. März 2026 statt, nachdem im ersten Wahlgang kein Bewerber die absolute Mehrheit erreicht hatte. Zangenfeind lag damals mit 45,3 Prozent vorn, während Schnitzenbaumer, der ehemalige Bürgermeister von Schliersee, 25,6 Prozent erzielte. Thomas Tomaschek von den Grünen belegte mit 12,2 Prozent den dritten Platz.
Zangenfeind, zuvor Bürgermeister von Hausham, erhielt in der Stichwahl 30.875 Stimmen – Schnitzenbaumer kam auf 8.713. Das Ergebnis spiegelt einen grundlegenden Wandel in der politischen Landschaft Miesbachs wider: Seit 2014 konnten die Freien Wähler deutlich an Einfluss gewinnen.
Der bisherige Landrat, Olaf von Löwis (CSU), hatte nach einer Amtszeit auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Sein Vorgänger, Wolfgang Rzehak, gehörte der Grünen an – ein Zeichen für die politische Vielfalt der Region.
Zangenfeinds Wahl markiert das erste Mal seit Jahrzehnten, dass ein Nicht-CSU-Kandidat das Landratsamt in Miesbach übernimmt. Sein klarer Wählerauftrag deutet auf wachsende Unterstützung für die Freien Wähler in Oberbayern hin. Der neue Landrat tritt sein Amt in einer Phase des politischen Umbruchs an.






