25 March 2026, 20:26

Historischer Tarifabschluss in Chemie- und Pharmabranche: Löhne steigen, Arbeitsplätze gesichert

Eine Seite aus einem Buch mit einer Zeichnung einer Maschine und dem Text "Deutsches Patent 114.000.000" auf der rechten Seite.

Historischer Tarifabschluss in Chemie- und Pharmabranche: Löhne steigen, Arbeitsplätze gesichert

Deutschlands Chemie- und Pharmabranche schließt ersten großen Tarifabschluss des Jahres ab

Die chemische und pharmazeutische Industrie in Deutschland hat ihren ersten großen Tarifvertrag des Jahres unterzeichnet. Die Vereinbarung betrifft 585.000 Beschäftigte und sieht neben Lohnerhöhungen auch Maßnahmen zum Erhalt von Arbeitsplätzen vor. Sie kommt zu einer Zeit, in der die Branche mit anhaltenden Herausforderungen wie hohen Kosten, schwacher Nachfrage und globaler Konkurrenz kämpft.

Das neue Tarifabkommen, das zwischen der Gewerkschaft IG BCE und dem Arbeitgeberverband BAVC ausgehandelt wurde, gilt bis Mai 2028. Die Löhne bleiben von März bis Dezember 2026 unverändert, steigen dann im Januar 2027 um 2,1 Prozent und erneut im Januar 2028 um 2,4 Prozent.

Um die Arbeitsplatzsicherheit zu stärken, zahlen die Arbeitgeber 2026 und 2027 jährlich 300 Euro pro Mitarbeiter in einen Sonderfonds ein. Dieser Fonds, der über zwei Jahre rund 350 Millionen Euro umfasst, soll Standortsicherung, Umschulungsprogramme und Arbeitszeitverkürzungen finanzieren.

Der Abschluss erfolgt in einer schwierigen Phase für die Branche, die mit einem Umsatz von 220 Milliarden Euro im Jahr 2025 weiterhin die drittgrößte Industrie Deutschlands ist. Allerdings ist die Produktion seit 2018 um 20 Prozent gesunken, und die Beschäftigung ging 2026 um 3 Prozent zurück. Unternehmen wie BASF und Evonik haben bereits Stellenstreichungen und Sparmaßnahmen angekündigt, um den Herausforderungen durch hohe Energiepreise, US-Zölle und globale Überkapazitäten zu begegnen.

Ähnliche Probleme belasten auch verwandte Branchen. Im Maschinenbau gingen 2026 3 Prozent der Arbeitsplätze verloren, und die Exporte sanken, während die Metallverarbeitung 2025 einen Rückgang der Beschäftigung um 3,3 Prozent verzeichnete. Gewerkschaften in diesen Sektoren fordern nun ebenfalls Lohnerhöhungen und Arbeitsplatzgarantien in ihren Verhandlungen.

Der Tarifvertrag sichert den Beschäftigten in der Chemie- und Pharmaindustrie bis 2028 Lohnsteigerungen und Mittel für Arbeitsplatzsicherung zu. Die Arbeitgeber werden einen 350-Millionen-Euro-Fonds für Umschulungen und Standorterhalt speisen. Die Einigung spiegelt die breiten Schwierigkeiten der deutschen Industrie wider, die weiterhin unter hohen Kosten und schwacher Nachfrage leidet – mit spürbaren Auswirkungen auf Produktion und Beschäftigung.

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