IG-Metall-Chefin warnt vor jahrelanger Stagnation und fordert gezielte Industriepolitik
Reinhild HänelIG-Metall-Chefin warnt vor jahrelanger Stagnation und fordert gezielte Industriepolitik
IG-Metall-Chefin Christiane Benner hat vor der sich verschärfenden wirtschaftlichen Stagnation Deutschlands gewarnt. In einer aktuellen Stellungnahme betonte sie die Notwendigkeit gezielter Industriepolitik, um das Wachstum anzukurbeln. Gleichzeitig ging sie auf die Rolle der Regierung ein, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angesichts steigender Lebenshaltungskosten zu unterstützen.
Benner bezeichnete die wirtschaftliche Lage Deutschlands als „zunehmend besorgniserregend“ – die Stagnation halte nun bereits seit sechs Jahren an. Sie verwies auf den harten globalen Wettbewerb, insbesondere mit China und den USA, der die industrielle Ausrichtung prägt. Ein „fairer Wettbewerb“, so ihre Argumentation, existiere in diesem Umfeld nicht mehr.
Pauschale Ausgabenprogramme oder undifferenzierte Subventionskürzungen lehnte sie ab. Stattdessen forderte sie klare Investitionsschwerpunkte, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Vorschläge zur Reform der Arbeitszeitregelungen wies sie zurück und setzte stattdessen auf Weiterqualifizierung und eine bessere Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt.
Zwar zeigte sie sich offen für eine Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, zog aber eine klare Trennlinie zwischen den Aufgaben der Gewerkschaft und staatlichen Verantwortlichkeiten. Die IG Metall, so Benner, könne keine hoheitlichen Pflichten übernehmen oder sich an dem von ihr kritisierten „Koalitionsgesprächen 2.0“ beteiligen. Ihr Fokus liege darauf, Arbeitnehmer zu vertreten, die unter finanziellen Belastungen leiden.
Benners Äußerungen unterstreichen die Dringlichkeit strategischer Industrieinvestitionen in Deutschland. Breit angelegte Finanzmaßnahmen schloss sie aus und setzt stattdessen auf zielgerichtete Politiken und die Entwicklung der Arbeitskräfte. Die Haltung der Gewerkschaft spiegelt dabei sowohl die Sorge um den wirtschaftlichen Niedergang als auch um die finanzielle Stabilität der Beschäftigten wider.






