07 April 2026, 12:33

Junge Hallenser:innen ehren 155 Shoah-Opfer mit bewegender Gedenktafel in Sobibor

Gedenktafel an einer Gebäudewand mit der Inschrift "Gedenktafel für die Opfer des Holocaust" in fetter Schrift, umgeben von einem dekorativen Rahmen, aus dunklem Material.

Junge Hallenser:innen ehren 155 Shoah-Opfer mit bewegender Gedenktafel in Sobibor

Eine Gruppe junger Aktivist:innen aus Halle hat ein Projekt ins Leben gerufen, um an 155 jüdische Opfer der Shoah zu erinnern. Ihre Initiative mit dem Titel "Tagebuch der Gefühle" verbindet Spendensammlung, persönliche Reflexionen und eine geplante Bildungsreise nach Sobibor. Höhepunkt wird eine Gedenktafel sein, die am ehemaligen Vernichtungslager angebracht wird.

Das Design der Tafel zeigt zwei Hände – eine große und eine kleine –, die familiäre Bindungen und das jüngste bekannte Opfer aus Halle, die erst 16 Monate alte Chana Baer, symbolisieren.

Das Projekt begann damit, dass die jungen Menschen Schrott sammelten und Spenden akquirierten, um die Gedenktafel zu finanzieren. Mit den Einnahmen wird ein handgefertigter Stein eines Halleschen Steinmetzes bezahlt. Die Tafel trägt die Namen von 155 jüdischen Männern, Frauen und Kindern, die von Halle aus nach Sobibor deportiert und während des Holocaust ermordet wurden.

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Neben der Spendenaktion haben die Teilnehmenden ihre emotionale Reise in einem "Tagebuch der Gefühle" dokumentiert. Diese persönlichen Aufzeichnungen halten ihre Gedanken, Fragen und Reaktionen fest, während sie sich mit den Biografien der Opfer beschäftigten. Zudem ist für Juni 2026 eine Bildungsfahrt nach Sobibor geplant.

Die künstlerische Gestaltung der Tafel, entwickelt gemeinsam mit dem Comic-Künstler Nils Oskamp, zeigt zwei Hände, die zueinander greifen. Die größere Hand steht für die Familien, die einander bis zuletzt Halt gaben. Die kleinere Hand ehrt Chana Baer, das jüngste Opfer aus Halle, das mit nur 16 Monaten starb.

Die Gedenktafel wird am ehemaligen Vernichtungslager Sobibor installiert und schafft so einen dauerhaften Erinnerungsort für die 155 Opfer. Die Erlöse aus der Schrottsammlung und den Spenden decken die vollständigen Kosten. Die Initiator:innen wollen das Andenken an Halles jüdische Familien bewahren und zukünftige Generationen über die Shoah aufklären.

Quelle