Koblenzer OB-Wahl: Kandidat fliegt raus – wer profitiert jetzt?
Oberbürgermeisterwahl in Koblenz nimmt überraschende Wendung
Die Oberbürgermeisterwahl in Koblenz hat eine unerwartete Entwicklung genommen, nachdem einer der vier zugelassenen Kandidaten disqualifiziert wurde. Arian Tavasoli, ein iranischer Staatsbürger, wurde von der Wahl ausgeschlossen, weil er die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllte. Sein Ausscheiden hinterlässt drei Bewerber, darunter zwei politische Neulinge, vor der Wahl am 26. März 2026.
Die Entscheidung wirft Fragen zum Prüfverfahren auf, da die Behörden nun wegen des Versäumnisses in der Kritik stehen. Unterdessen setzen die verbleibenden Kandidaten – Dagmar Kranz (CDU), Stephan Wefelscheid (Freie Wähler) und der parteilose Ralf Devant – ihre Wahlkämpfe mit unterschiedlichem Bekanntheitsgrad fort.
Tavasolis Kandidatur war nur von kurzer Dauer. Zwar behauptete er, sich sowohl mit der AfD als auch der CDU verbunden zu fühlen, doch sein Antrag auf CDU-Mitgliedschaft war bereits abgelehnt worden. Zudem kündigte er an, im Falle seiner Wahl fast eine Million Euro an AfD-Mitglieder, Koblenzer Bürger und Rentner verteilen zu wollen. Allerdings schreibt das rheinland-pfälzische Kommunalrecht vor, dass nur deutsche oder EU-Bürger für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren dürfen – Tavasoli besitzt die iranische Staatsbürgerschaft.
Sein Ausschluss macht Ralf Devant zum einzigen politischen Außenseiter im Rennen. Der schwerbehinderte IT-Unternehmer tritt als Parteiloser an, fühlt sich aber der SPD näherstehend, obwohl er angibt, CDU-Mitglied zu sein. Anders als Tavasoli hat er konkrete Ziele vorgelegt, um die Koblenzer Verwaltung zu modernisieren, und verspricht mehr Digitalisierung, Effizienz und bürgerfreundliche Abläufe im Falle seiner Wahl.
Die Wahl war bereits wegen der Mischung aus etablierten und unbekannten Kandidaten bemerkenswert. Die amtierende Oberbürgermeisterin Ulrike Mohrs kandidiert nicht erneut, sodass die CDU-Politikerin Kranz und Wefelscheid von den Freien Wählern als Favoriten gelten. Devants Kandidatur bringt ein unberechenbares Element ins Spiel, auch wenn seine Chancen ohne klare Konzepte zur Digitalisierung oder Verwaltungsreform ungewiss bleiben.
Stadtverantwortliche stehen nun unter Druck, zu erklären, wie Tavasoli, der angab, als Paketzusteller in Koblenz gearbeitet zu haben und sich mit den Bürgern verbunden zu fühlen, zunächst überhaupt zugelassen wurde. Die peinliche Panne könnte zu strengeren Kontrollen bei künftigen Wahlen führen.
Die Koblenzer Oberbürgermeisterwahl wird nun mit drei statt vier Kandidaten stattfinden. Tavasolis Disqualifikation unterstreicht die strengen Staatsbürgerschaftsregeln für kommunale Ämter, während Devants Kampagne frische, aber unerprobte Ideen einbringt. Die Behörden könnten ihr Bewerber-Screening überarbeiten müssen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Das Ergebnis der Wahl wird entscheiden, wer auf Mohrs folgt – mit Kranz und Wefelscheid nach wie vor als wahrscheinlichste Sieger.