Kreis Steinfurt und Handwerkerschaft besprechen Energiekosten, Schwarzarbeit und neue Vergaberegeln
Tatjana ReinhardtKreis Steinfurt und Handwerkerschaft besprechen Energiekosten, Schwarzarbeit und neue Vergaberegeln
Vertreter des Kreises Steinfurt und der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf trafen sich kürzlich zu ihrem jährlichen Austausch. Im Mittelpunkt der Gespräche standen gemeinsame Herausforderungen wie steigende Energiekosten und Schwarzarbeit, aber auch neue Chancen durch die aktualisierten Vergaberegeln im öffentlichen Sektor.
Zu den prominenten Teilnehmern zählten Landrat Dr. Martin Sommer und Hauptgeschäftsführer Frank Tischner von der Handwerkerschaft. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung der fortlaufenden Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltung und Handwerksbetrieben.
Bei dem Treffen wurden mehrere drängende Probleme des regionalen Handwerks thematisiert. Die steigenden Energiekosten – mitursächlich für die geopolitischen Spannungen im Iran – belasten die Betriebe und stören Lieferketten. Ein weiteres zentrales Thema war die anhaltende Schwarzarbeit, die Sozialversicherungsträgern und dem Staat Milliarden an entgangenen Einnahmen kostet und gleichzeitig legale Arbeitsplätze gefährdet.
Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf den neuen Vergaberegeln, die ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten. Diese zielen darauf ab, Verfahren zu vereinfachen, Bürokratie abzubauen und mehr Flexibilität bei der Vergabe von Aufträgen zu schaffen. Besonders hervorgehoben wurde die Bevorzugung kleinerer Lose, was lokalen Handwerksbetrieben mehr Chancen eröffnen könnte.
Kreis und Handwerkerschaft bekräftigten ihr Engagement für die Unterstützung von Betriebsübergaben. Die Beratungsangebote der Kreishandwerkerschaft und der WESt (Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH) wurden als wertvolle Hilfestellung für Handwerker bei der Nachfolgeplanung hervorgehoben. Zudem wurde die duale Berufsausbildung als verlässlicher Karriereweg für junge Menschen und als praktische Lösung für Nachfolgeprobleme in Handwerksbetrieben beworben.
An der Veranstaltung nahmen teil: Landrat Dr. Martin Sommer, Bau- und Umweltdirektor Carsten Rehers, Christian Holterhues (WESt), Frank Tischner (Hauptgeschäftsführer der Handwerkerschaft), Heinz-Bernd Lohmann (Kreishandwerksmeister) und Thomas Bäumer (stellvertretender Kreishandwerksmeister). Das Treffen endete mit Lob für den direkten Austausch und die offene Kommunikation, die das Vertrauen zwischen Kreis und Handwerkerschaft stärken.
Das jährliche Gespräch festigte die enge Partnerschaft zwischen dem Kreis Steinfurt und der Kreishandwerkerschaft. Mit den bevorstehenden Vergaberegeln und der fortgesetzten Unterstützung bei Betriebsübergängen arbeiten beide Seiten daran, aktuelle Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig Perspektiven für das lokale Handwerk zu schaffen.
Die Bekämpfung von Schwarzarbeit und die Bewältigung steigender Kosten bleiben Prioritäten – ebenso wie die Förderung der Berufsausbildung als stabiler Karriereweg für die Fachkräfte der Region.






