Krieg im Iran verändert Einkaufsverhalten: Discounter boomen, Supermärkte leiden
Oscar KabusKrieg im Iran verändert Einkaufsverhalten: Discounter boomen, Supermärkte leiden
Der anhaltende Iran-Krieg wirkt sich bereits drei Wochen nach seinem Ausbruch spürbar auf deutsche Lebensmitteleinzelhändler aus. Verbraucher ändern ihr Einkaufsverhalten – Discounter verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Kundenzahlen, während große Supermärkte weniger frequentiert werden.
Laut Daten aus der Kalenderwoche 12 stieg der Kundenanteil bei Aldi Süd um einen vollen Prozentpunkt im Vergleich zur Woche vor Kriegsbeginn. Auch Aldi Nord verzeichnete im selben Zeitraum ein Plus von 0,7 Prozentpunkten. Dieser Wandel kommt zu einer Zeit, in der Verbraucher mit höheren Energiekosten und der Drohung weiterer Preiserhöhungen konfrontiert sind.
Traditionelle Supermärkte hingegen haben Einbußen hinnehmen müssen. Bei Edeka sank der Kundenanteil in Woche 12 um 0,6 Prozentpunkte, Rewe verlor sogar 0,7 Prozentpunkte. Kaufland verbuchte im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 0,5 Prozentpunkten.
Maarten Vander Beken von Accurat bezeichnete die Veränderung im Kaufverhalten als ungewöhnlich und beispiellos. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass ein Anstieg des Marktanteils um einen Prozentpunkt für deutsche Lebensmittelhändler etwa 2 Milliarden Euro zusätzlichen Umsatz bedeutet – bei einem Gesamtumsatz von über 200 Milliarden Euro pro Jahr.
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges treiben immer mehr Käufer in Richtung Discounter. Aldis Zuwächse stehen im scharfen Kontrast zu den Verlusten bei Edeka, Rewe und Kaufland. Der Trend deutet darauf hin, dass Verbraucher angesichts steigender Kosten zunehmend auf Preisbewusstsein setzen.






