Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: CDU knappt vorne – Schwarz-Rot als wahrscheinlichste Koalition
Tatjana ReinhardtLandtagswahl in Rheinland-Pfalz: CDU knappt vorne – Schwarz-Rot als wahrscheinlichste Koalition
Vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wird es eng – CDU leicht vorne, Koalition mit SPD wahrscheinlich
Vor der Wahl am kommenden Sonntag hat sich das Rennen um die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz weiter zugespitzt. Umfragen sehen die CDU mit einem leichten Vorsprung, was den Weg für eine mögliche schwarz-rote Koalition ebnet. Beide Parteien hielten am Wochenende ihre Abschlusskundgebungen ab: Die CDU kritisierte die jahrzehntelange Regierungszeit der SPD, während die Sozialdemokraten mit einem modernen Regierungsansatz warben.
Die von Gordon Schnieder geführte CDU hat ihren Wahlkampf vor allem auf die Ablehnung des SPD-Gesetzes zur Klimaneutralität bis 2040 ausgerichtet, das sie als wirtschaftsschädlich brandmarkt. Stattdessen setzt die Union auf Bildungspolitik – mit Versprechen auf mehr Lehrkräfte, bessere Bezahlung und Unterstützung für Realschulen angesichts von Personalmangel und Gewalt an Schulen. Auch die innere Sicherheit steht hoch auf der Agenda: Mehr Polizei- und Justizpersonal, wirtschaftliche Deregulierung, Gründungsförderung für Start-ups und sinkende Energiekosten gehören zu den zentralen Forderungen.
Bundeskanzler Friedrich Merz gab der CDU bei der finalen Kampagnenphase Rückendeckung, lobte Schneiders Wahlkampf und lud überraschend sogar Donald Trump zum Wurstmarkt-Fest ein. Merz schloss eine Koalition mit der rechtspopulistischen AfD kategorisch aus und kritisierte die "30-jährige SPD-Vormachtstellung" im Land. Schnieder selbst versicherte den Wählern: "Auf mich könnt ihr euch verlassen" – und griff gleichzeitig die Landesregierung wegen ihrer Handhabung von Beamtenurlaub an, während er mehr Transparenz forderte.
Die SPD hingegen setzte bei ihrer letzten Großkundgebung auf ehemalige Ministerpräsidenten und betonte direkte Bürgerbeteiligung sowie eine zukunftsorientierte Wirtschaft. Spitzenkandidat Alexander Schweitzer präsentierte die Wahl als Entscheidung zwischen Fortschritt und Rückschritt. Er verteidigte die Bilanz seiner Partei und warb für einen modernen Regierungsstil nach Jahrzehnten an der Macht.
Mit nahezu ausgeglichenen Umfragewerten setzt die CDU auf ihre wirtschafts- und sicherheitspolitischen Versprechen, während die SPD auf ihre langjährige Erfahrung und eine Vision für die Zukunft pocht.
Am 22. März 2026 fällt die Entscheidung: Bleibt Rheinland-Pfalz unter SPD-Führung, oder setzt sich die CDU mit ihren politischen Prioritäten durch? Das Ergebnis könnte auch die künftige Ausrichtung des Landes in Klimapolitik, Bildungsfinanzierung und Innere Sicherheit prägen.






