18 June 2026, 10:18

Mainzer Kunsthalle droht 2027 das Aus – wer rettet die Kulturikone am Zollhafen?

Zukunft der Kunsthalle Mainz bleibt unklar - Kulturkommissarin Delbasteh: Runde Tisch zur Klärung der Finanzierung

Mainzer Kunsthalle droht 2027 das Aus – wer rettet die Kulturikone am Zollhafen?

Die Zukunft der Mainzer Kunsthalle steht auf dem Spiel. Die Förderung durch die Mainzer Stadtwerke läuft Ende 2026 aus und gefährdet damit den Fortbestand einer der bedeutendsten Kulturinstitutionen des Landes. Die Linke im Stadtrat hat bereits nachgefragt, welche Maßnahmen die Stadt plant, um den Standort zu retten.

Die Kunsthalle eröffnete 2006 in der alten Kesselhalle an der Rheinallee – als erstes umgenutztes Gebäude im Zollhafen-Gebiet. Der Industriehafen war 2013 geschlossen worden, das Viertel entwickelte sich später zu einer Wohngegend. Die Mainzer Stadtwerke hatten die Kunsthalle mit zwei Zielen ins Leben gerufen: Kultur in das neue Quartier zu bringen und den Verkauf von Luxuswohnungen zu fördern.

Im Laufe der Jahre wuchs die Institution zu einem zentralen intellektuellen Treffpunkt heran. Sie zeigte bedeutende Einzel- und Gruppenausstellungen, die durch mutige Kuratorenschaft und die Auseinandersetzung mit globalen Debatten auffielen. Zudem knüpfte sie enge Verbindungen zu Schulen, Hochschulen und sozialen Initiativen in der Region.

Mitte 2024 verließ Direktorin Stefanie Böttcher die Kunsthalle, um nach Kiel zu wechseln; die Stelle ist seitdem unbesetzt. Kulturdezernentin Ata Delbasteh äußerte sich seitdem vorsichtig optimistisch über die Zukunft der Einrichtung.

Der Wegfall der Förderung bedroht jedoch ab 2027 den Betrieb der Kunsthalle. Eine Schließung würde Mainz eine wichtige kulturelle Landmarke nehmen. Der Stadtrat steht nun unter Druck, bis zum Stichtag eine Lösung zu finden.

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