10 April 2026, 14:31

Mindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro: Warum die Armut kaum sinkt

Liniengraph, der die Anzahl der armen Menschen und die Armutsquote in den Vereinigten Staaten von 1959 bis 2005 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Mindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro: Warum die Armut kaum sinkt

Eine geplante Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland auf 14,60 Euro bis 2027 hätte laut einer neuen Studie nur geringe Auswirkungen auf die Armutsquote. Wirtschaftliche Simulationen zeigen, dass selbst eine Schwelle von 15 Euro die Armutsrate insgesamt lediglich um 0,2 Prozentpunkte senken würde. Die Ergebnisse haben die Debatte darüber neu entfacht, ob höhere Löhne wirksam Ungleichheit bekämpfen können.

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Das Kölner Institut für Wirtschaftsforschung (IW) hat die Folgen einer Anhebung des Mindestlohns analysiert. Die Daten belegen, dass zwar das Armutsrisiko für Beschäftigte mit einem Stundenlohn unter 12 Euro um 5,5 Prozentpunkte sinkt, der gesamtgesellschaftliche Effekt jedoch begrenzt bleibt. Die Armutsgefährdungsquote für die gesamte Bevölkerung stieg im Folgejahr dennoch auf 16,3 Prozent.

Befürworter argumentieren, dass höhere Löhne die Einkommen der am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmer direkt steigern. Kritiker warnen hingegen, dass steigende Lohnkosten Unternehmen dazu veranlassen könnten, Stellen abzubauen. Das IW wies zudem darauf hin, dass mögliche positive Effekte auf Rentenansprüche "sehr begrenzt" ausfallen dürften.

Angesichts dieser gemischten Ergebnisse stellen einige infrage, ob der Mindestlohn ein wirksames Instrument der Sozialpolitik ist. Zwar profitieren einzelne Arbeitnehmer, doch die insgesamt erreichte Armutsminderung fällt minimal aus.

Die geplante Lohnerhöhung würde für Geringverdiener moderate Verbesserungen bringen. Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen bleiben jedoch ungewiss. Da die Armutsquoten weiterhin steigen, könnten Politiker zusätzliche Maßnahmen über reine Lohnanpassungen hinaus in Betracht ziehen müssen.

Quelle