Mobbing-Vorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
Eileen SontagScharrenbach bietet Mitarbeitern Gespräche nach Vorwürfen - Mobbing-Vorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach sieht sich mit Vorwürfen wegen Mobbing und Machtmissbrauchs in ihrem Ministerium konfrontiert. Berichte des Spiegel beschreiben ein von Angst geprägtes Arbeitsklima, in dem hochrangige Beamte durch ihre Führungsweise schwer belastet worden seien. Die Ministerin hat die Kritik mittlerweile eingeräumt und versprochen, die Bedenken direkt anzugehen.
Die Kontroverse war aufgeflammt, nachdem der Spiegel ein internes Schreiben sowie Dokumente veröffentlicht hatte, die eine toxische Arbeitsatmosphäre unter Scharrenbachs Führung belegen sollen. Ein anonymer leitender Beamter wurde mit den Worten zitiert: "Diese Frau hat mich zerstört." Den Vorwürfen zufolge seien diese bereits im Januar 2025 – Monate vor der Bundestagswahl – an Nathanael Liminski, den Chef der Staatskanzlei, herangetragen worden. Liminski bestätigte, über die Anschuldigungen informiert worden zu sein, verwies jedoch darauf, dass Fragen im Zuge der Umstrukturierung der Digitalabteilung des Ministeriums zu Beginn der Legislaturperiode aufgetaucht seien.
Scharrenbach, die das Ministerium seit Dezember 2021 leitet, räumte in einer Erklärung am Donnerstag Fehler in ihrem persönlichen Führungsstil ein. Zwar verteidigte sie ihre Bilanz – etwa mit Verweis auf die bundesweite Einführung der digitalen Bauakte und den Start der BAUAPP-Mobilanwendung –, doch gab sie zu, dass es bei Führungsprozessen Defizite gegeben habe. Der Digitalisierungsschub des Ministeriums, darunter die Einführung von BIM-Standards, habe bis Anfang 2026 eine digitale Abdeckung von 40 Prozent erreicht.
Als Reaktion auf die Vorwürfe kündigte Scharrenbach direkte Gespräche mit betroffenen Mitarbeitenden an. Zudem verpflichtete sie sich, gemeinsam mit dem Personalrat Verbesserungen umzusetzen. Die Ministerin betonte, die Kritik ernst zu nehmen und stehe für persönliche Gespräche mit den Beschäftigten offen.
Die Vorwürfe setzen Scharrenbach unter Druck, ihren Führungsstil zu reformieren. Mit nun angekündigten konkreten Schritten – darunter Treffen mit Mitarbeitenden und die Einbindung des Personalrats – steht das Ministerium vor der Frage, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die geschilderten Probleme zu lösen. Der Fall wirft zudem Fragen zur Aufsichtspflicht auf, da Spitzenbeamte von den Vorwürfen bereits wussten, bevor sie öffentlich wurden.






