29 April 2026, 03:06

Neue Inflationswelle droht: 4,6 Prozent bis Ende 2024 durch Golf-Krise

Eine blaue Liniengrafik, die die Euro-Zonen-Inflationsraten in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text oben.

Neue Inflationswelle droht: 4,6 Prozent bis Ende 2024 durch Golf-Krise

Deutschland steht Ende 2024 vor einer neuen Inflationswelle – mit einer erwarteten Rate von 4,6 Prozent. Der Anstieg folgt auf die eskalierenden Spannungen im Persischen Golf nach einem US-Angriff auf den Iran. Ökonomen warnen, dass schwaches Wachstum und hohe Preise die Politik vor eine schwierige Herausforderung stellen.

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Die aktuelle Inflationsprognose stammt vom IW Köln, das einen deutlichen Anstieg von der derzeitigen Rate von 2,7 Prozent im März 2024 vorhersagt. Bis Dezember könnten die Preise fast doppelt so stark steigen. Die Berechnungen des Instituts stützen sich auf Muster aus der Energiekrise 2022, als Russlands Angriff auf die Ukraine die Inflation auf über 10 Prozent hochtrieb – der Jahresdurchschnitt lag damals bei 6,9 Prozent.

Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Belastung abzufedern. Ab dem 1. Mai 2024 wird eine temporäre Spritpreissenkung die Steuern auf Diesel und Benzin für zwei Monate um etwa 17 Cent pro Liter reduzieren. Arbeitgeber dürfen ihren Beschäftigten zudem einen steuerfreien Inflationsausgleichsbonus von bis zu 1.000 Euro gewähren, um die finanziellen Folgen des eskalierenden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran abzumildern.

Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, zeigt sich besorgt über die gesamtwirtschaftliche Lage. Da die Inflation bei gleichzeitig stagnierendem Wachstum steigt, steht die Europäische Zentralbank (EZB) vor einem Dilemma: Soll sie die Zinsen erhöhen, um die Preise zu bremsen, oder die Leitzinsen stabil halten, um die fragile Erholung nicht zu gefährden? Demary fordert die Regierung auf, gezielt einkommensschwache Haushalte zu entlasten – etwa durch eine Erhöhung der Entfernungspauschale, um Arbeitnehmern die gestiegenen Fahrtkosten zu erleichtern.

Langfristig rechnet das IW mit anhaltend hoher Inflation. Für 2026 wird eine durchschnittliche Rate von 3,5 Prozent prognostiziert – deutlich über früheren Schätzungen. Die Preisschübe werden in den kommenden Monaten die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft auf die Probe stellen. Die Politik muss abwägen zwischen der Bekämpfung der Teuerung und der Gefahr, das Wachstum abzuwürgen. Bis auf Weiteres sollen vorübergehende Entlastungen die Folgen für Haushalte und Unternehmen abfedern.

Quelle