Neue Spritpreisregeln ab 1. April 2026: Warum Tankstellen jetzt nur noch mittags erhöhen dürfen
Eileen SontagNeue Spritpreisregeln ab 1. April 2026: Warum Tankstellen jetzt nur noch mittags erhöhen dürfen
Deutschlands neue Kraftstoffpreisregeln treten nun am Mittwoch, den 1. April 2026, in Kraft – und nicht wie ursprünglich geplant an einem Samstag. Die Verschiebung erfolgt auf Bitten von Mineralölkonzernen und dem Bundeskartellamt, die mehr Vorbereitungszeit forderten. Bis Montagnachmittag gab es keine Meldungen über Änderungen bei den Spritpreisen.
Die überarbeitete Verordnung erlaubt Tankstellen, die Preise nur noch einmal täglich – um 12 Uhr mittags – anzupassen, während Senkungen jederzeit möglich bleiben. Die EU-Kommission wird den neuen Durchschnittspreis am Dienstag veröffentlichen, einen Tag vor dem Start am Mittwoch. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (TIV) begrüßt die Neuerungen als Schritt zu mehr Transparenz.
TIV-Sprecher Herbert Rabl erwartete nach den mittäglichen Updates einen "harten Preiskampf". Gleichzeitig warnte er, dass ungewöhnliche Marktentwicklungen auf informelle Absprachen unter den Ölkonzernen hindeuten könnten. Janine Wissler, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linken, kritisierte die Verzögerung als "symbolpolitisches Theater". Zwar verbesserten die Regeln die Transparenz, doch die Spritkosten würden dadurch nicht spürbar sinken, so Wissler.
Sie schlug zudem eine Übergewinnsteuer vor, um krisenbedingte Extraprofite abzuschöpfen und die Mittel an Verbraucherinnen und Verbraucher zurückzugeben.
Das neue System startet am Mittwochmittag. Dann dürfen Tankstellen die Preise einmal täglich aktualisieren, während Preissenkungen weiterhin jederzeit möglich sind. Während die Linke die Verschiebung als unnötig kritisiert, sehen Branchenvertreter darin einen Fortschritt für klarere Preisgestaltung.






