Novelis Koblenz rettet 197 Arbeitsplätze durch Tarifkompromiss und freiwillige Lösungen
Reinhild HänelNovelis Koblenz rettet 197 Arbeitsplätze durch Tarifkompromiss und freiwillige Lösungen
Am Novelis-Werk in Koblenz konnten nach wochenlangen Verhandlungen betriebsbedingte Kündigungen abgewandt werden. Die Belegschaft hatte sich vehement gegen die ursprünglichen Pläne des Unternehmens gewehrt, 197 Stellen wegen wirtschaftlicher Zwänge abzubauen. Eine neue Vereinbarung sichert nun die Arbeitsplätze durch freiwillige Maßnahmen und flexible Arbeitszeitmodelle.
Der Konflikt war entbrannt, als Novelis im Rahmen von Sparmaßnahmen den Personalabbau ankündigte. Die Beschäftigten, unterstützt von der IG Metall Koblenz, lehnten die Pläne ab und setzten sich für Alternativen zu Zwangsentlassungen ein. Ali Yener, der Hauptvertreter der Gewerkschaft, betonte die Stärke des gemeinsamen Handelns: „Faire Lösungen entstehen, wenn die Belegschaft zusammensteht.“
Schließlich einigte man sich auf ein umfassendes Paket, das Tarifverträge, Sozialpläne und freiwillige Regelungen kombiniert. Kernstück ist die „Betriebliche Effizienz“-Vereinbarung, die Löhne sichert, während Mitarbeiter freiwillig ihre Arbeitszeit reduzieren können. Weitere Maßnahmen umfassen ein freiwilliges Austrittsprogramm, neue Schichtmodelle und gleitende Übergänge in den Ruhestand.
Denis Hammer, Vorsitzender des Betriebsrats, unterstrich, dass nachhaltige Lösungen Vorrang vor Stellenstreichungen hätten. Die finale Einigung setzt auf Weiterbildung, flexible Arbeitszeiten und Anreize statt auf betriebsbedingte Kündigungen. Sowohl Unternehmensführung als auch Belegschaft bewerten das Ergebnis als ausgewogenen Kompromiss.
Die Vereinbarung garantiert, dass es am Standort Koblenz keine Zwangsentlassungen geben wird. Die Beschäftigten behalten durch freiwillige Anpassungen und Qualifizierungsangebote ihre Arbeitsplatzsicherheit. Der Deal könnte Schulbeispiel dafür werden, wie Tarifkonflikte ohne betriebsbedingte Kündigungen gelöst werden können.






