07 May 2026, 10:25

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittler: Wie OSINT die Verbrechensbekämpfung revolutioniert

Polizisten in Uniform stehen hinter Barrieren und blicken auf eine Menge, einige halten Waffen, mit Schildern und Gebäuden im Hintergrund während einer Anti-Terror-Operation in Wien, Österreich.

NRW-Polizei setzt auf digitale Ermittler: Wie OSINT die Verbrechensbekämpfung revolutioniert

Nordrhein-Westfalens Polizei baut ihre Kompetenzen für digitale Ermittlungen massiv aus. Die Behörde schult Beamte in Open-Source-Intelligence (OSINT), um Verdächtige mit öffentlich zugänglichen digitalen Daten aufzuspüren. Eine Schlüsselfigur dieser Initiative ist Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP).

Restemeyer vermittelt OSINT-Techniken an Neueinsteiger sowie an Beamte der sogenannten „Digitalen Streifen“. Diese Einheiten sind in sechs regionalen Polizeibehörden aktiv und spezialisieren sich auf digitale Ermittlungsmethoden. Sein Training stellt sicher, dass die Teilnehmer effizient arbeiten – stets im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.

Auch das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Kapazitäten ausgebaut. Fabian Coenen leitet dort die Abteilung 22.2, die ursprünglich nur aus zwei Beamten bestand. Mittlerweile umfasst das Team 16 Spezialisten, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Ihre Aufgabe besteht darin, Online-Bedrohungen zu analysieren und dringende Einsätze mit Bezug zur nationalen Sicherheit zu unterstützen.

Im Rahmen des Projekts „Digitale Streife“ stellte das LKA zehn zusätzliche Beamte ein, sechs davon für Coenens Einheit. Fast 100 weitere Kräfte in sechs Staatsschutzabteilungen sind mittlerweile in OSINT-Aufgaben eingebunden – darunter Laura Ellrich, eine 28-jährige Beamtin, die 2022 zur Staatsschutzabteilung des LKA stieß und sich seit Ende letzten Jahres auf OSINT konzentriert.

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Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist ein neues Online-Tool, das Restemeyer gemeinsam mit anderen Experten entwickelte. Es bietet ein standardisiertes Schulungskonzept, um Beamte optimal auf OSINT-Einsätze vorzubereiten. Erst kürzlich gelang es mit diesen Methoden, einen gesuchten Influencer über Social-Media-Posts und Kommentare ausfindig zu machen.

Der Ausbau von OSINT-Schulungen und Personal markiert einen bedeutenden Wandel in der Polizeiarbeit Nordrhein-Westfalens. Beamte nutzen digitale Werkzeuge, um Straftaten effektiver zu bekämpfen. Der strukturierte Ansatz soll sicherstellen, dass die Ermittler im Netz nicht nur fachlich versiert, sondern auch rechtlich einwandfrei agieren.

Quelle