23 May 2026, 18:22

Orange Bänke gegen Gewalt werden selbst zum Ziel antifeministischer Angriffe

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Orange Bänke gegen Gewalt werden selbst zum Ziel antifeministischer Angriffe

Orangefarbene Bänke als Symbol gegen Gewalt – doch sie werden zur Zielscheibe

In deutschen Städten sind leuchtend orangefarbene Bänke aufgetaucht, Teil der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Doch diese Zeichen der Solidarität werden zunehmend beschädigt – ein Abbild der wachsenden antifeministischen Angriffe auf Gleichstellungsarbeit im ganzen Land.

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Auf einem jüngsten Kongress in Lübeck trafen sich Gleichstellungsbeauftragte, um über die eskalierende Bedrohung zu beraten. Gleichzeitig verschärfen sich die politischen Widerstände und Kürzungen der Bundesförderung.

Gleichstellungsarbeit unter Druck Der Kongress der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) in Lübeck stand unter dem Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“. Rund 70 Fachkräfte diskutierten Strategien gegen eine erstarkte antifeministische Bewegung, die offen Frauen- und Queerrechte ablehnt. Viele berichteten von zunehmender Feindseligkeit – von Budgetkürzungen bis hin zu direkten Drohungen.

Laut dem Melde- und Beratungsstelle Antifeminismus (MBA) gab es 2024 bereits 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. 63 Prozent der Gleichstellungsbeauftragten waren betroffen, 40 Prozent erlebten in nur zwei Jahren mehrere Angriffe. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg schilderte, wie rechtsextreme Aktivist:innen nach einem öffentlichen Statement zu einem umstrittenen Thema vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

Symbole der Kampagne werden angegriffen Auch die orangefarbenen Bänke, die eigentlich Aufklärung schaffen sollten, sind zur Zielscheibe geworden. Aktuelle Vandalenakte in Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler zeigen die wachsende Gegenwehr. Unterdessen sagte Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU) ihre Teilnahme am Kongress kurzfristig ab – was Sorgen über ihre geplanten Umstrukturierungen schürt. Viele befürchten, dass dadruch wichtige Gleichstellungsprojekte ihre Förderung verlieren könnten.

Gleichstellungsarbeit im Abwehrkampf Die Angriffe auf Bänke und Beauftragte spiegeln einen größeren Trend wider: Der Widerstand gegen Gleichstellungspolitik nimmt zu. Während die Vorfälle steigen und die politische Unterstützung unsicher wird, markierte der Lübecker Kongress einen gemeinsamen Versuch, dagegenzuhalten. Doch die Gleichstellungsarbeit steht vor einer doppelten Herausforderung – gegen wachsende Feindseligkeit und schrumpfende Ressourcen.

Quelle