Rapsglanzkäfer 2026: So schützen Landwirte ihre Winterraps-Erträge richtig
Oscar KabusRapsglanzkäfer 2026: So schützen Landwirte ihre Winterraps-Erträge richtig
Winterraps entwickelt sich im Frühjahr 2026 in vielen Regionen gut
Die Bestände zeigen derzeit ein kräftiges Streckungswachstum, wobei der Haupttrieb mit der Blütenanlage deutlich sichtbar ist (BBCH 32/51). Doch in dieser Phase bleibt der Rapsglanzkäfer eine der größten Gefahren für die Erträge.
Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt und die passende Behandlungsmethode, um Ertragsverluste zu vermeiden, ohne dabei Bestäuber zu gefährden oder unnötige Kosten zu verursachen.
Landwirte sollten die Käferpopulationen genau beobachten, bevor sie sich für einen Insektizideinsatz entscheiden. Statt sich auf Gelbschalen zu verlassen – die ab dem Knospenstadium unzuverlässig werden – ist es sinnvoller, die Käfer pro Hauptknospe zu zählen. Die Bonitur muss dabei innerhalb des Bestands entlang von Transekten erfolgen und nicht nur am Feldrand, um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten.
Ein wirtschaftlich sinnvoller Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist erst ab mehr als zehn Käfern pro Hauptknospe vor der Blüte gerechtfertigt. Oft wird dieser Schwellenwert nicht erreicht, sodass auf eine Spritzung vollständig verzichtet werden kann – was Kosten spart und die Umwelt entlastet.
Falls eine Behandlung notwendig wird, können acetamipridhaltige Mittel wie Mospilan SG oder Danjiri zwischen den Stadien BBCH 51 und 59 eingesetzt werden. Hier ist zu beachten, dass keine Netz- oder Haftmittel zugemischt werden dürfen. Ab BBCH 59 bieten tau-fluvalinathaltige Produkte wie Mavrik Vita oder Evure eine bienenfreundlichere Alternative.
Müssen gleichzeitig Rapsstängelrüssler und Rapsglanzkäfer bekämpft werden, kommt Trebon 30 EC infrage – allerdings erst nach Beendigung der täglichen Bienenflugaktivität.
Durch präzise Feldbonituren und eine gezielte Mittelwahl können Landwirte ihre Bestände effektiv schützen, ohne unnötig zu spritzen. Wer sich an die Käferzahlen pro Hauptknospe hält und die passenden Wirkstoffe auswählt, findet die Balance zwischen Ertragssicherung, Kosteneffizienz und Bienenschutz. Die aktuellen Bestandsbedingungen bieten im Frühjahr 2026 gute Voraussetzungen, um diese Strategien erfolgreich umzusetzen.






