Renaturierter Bach im Maculinea-Schutzgebiet rettet seltene Arten vor dem Klimawandel
Eileen SontagRenaturierter Bach im Maculinea-Schutzgebiet rettet seltene Arten vor dem Klimawandel
Bach im Maculinea-Schutzgebiet bei Neustadt nach Jahren der Überflutungen renaturiert
Nach jahrelangen Überschwemmungen, verursacht durch eine beschädigte Wasserleitung, ist ein Bach im Maculinea-Schutzgebiet bei Neustadt wiederhergestellt worden. Das vom Land Hessen finanzierte Projekt soll seltene Arten schützen und das lokale Ökosystem stabilisieren. Behörden zufolge werde die Maßnahme klimagefährdeten Wildtieren in der Region zugutekommen.
Die Probleme begannen, als eine historische Wasserleitung brach und Wiesen sowie Wege innerhalb des FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat) flutete. Große Wassermengen hatten das Gelände versumpft, wodurch heimische Pflanzen und Tiere beeinträchtigt wurden. Vor dem Leck im Sommer 2022 war das Gebiet Rohrhecke für seine Schilfflächen mit dominierenden Beständen von Phragmites australis und Typha-Arten bekannt, doch detaillierte ökologische Aufzeichnungen fehlten.
Im Januar 2025 begannen die Arbeiten zur Behebung des Schadens. Ingenieure leiteten das Wasser oberirdisch um und sanierten ein altes Entwässerungssystem, das sie erweiterten, um den Wasserfluss besser zu steuern. Bis September war das Projekt abgeschlossen – seither erreicht das Wasser gezielt die Lebensräume, die es am dringendsten benötigen.
Der renaturierte Bach bietet Arten wie dem Feuersalamander und dem Kammmolch bessere Lebensbedingungen, die unter den Folgen des Klimawandels leiden. Der verbesserte Wasserhaushalt verhindert zudem, dass aquatische Lebensräume während sommerlicher Dürreperioden austrocknen. Das nach dem seltenen Schmetterling Maculinea benannte Gebiet bietet nun wieder ein stabileres Umfeld für die Tierwelt.
Die Renaturierung erfolgte im Rahmen des Hessischen Klimaplans 2030, der Projekte zum Schutz gefährdeter Ökosysteme fördert. Das instand gesetzte Entwässerungssystem und die umgelenkten Wasserläufe sollen heimischen Pflanzen und Tieren langfristig das Überleben sichern. Die Behörden erwarten, dass das Gebiet auch in den kommenden Jahren ein zentraler Lebensraum für seltene Arten bleibt.






