14 March 2026, 12:27

Riester-Rente adé: Neue Altersvorsorge mit Gebührenstreit und Reformdruck

Eine alte Zeitungsanzeige für das Pensionshaus in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Riester-Rente adé: Neue Altersvorsorge mit Gebührenstreit und Reformdruck

Deutschland steht vor einer grundlegenden Reform seines staatlich geförderten Rentensystems: Die ungeliebte Riester-Rente soll durch ein einfacheres und kostengünstigeres Modell ersetzt werden. Die geplante Neuregelung führt ein Standardprodukt mit strenger begrenzten Gebühren ein – doch Verbraucherschützer kritisieren, dass die Obergrenzen für die meisten Sparer weiterhin zu hoch bleiben.

Eine Petition der Finanztip Stiftung, die niedrigere Kosten fordert, hat bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt – ein deutliches Zeichen für die weitverbreitete Sorge um die Gebührenlast.

Das aktuelle Riester-Modell, 2001 eingeführt, verzeichnet seit Jahren einen dramatischen Rückgang der Nachfrage. 2024 sank die Zahl der aktiven Verträge auf unter 15 Millionen, wobei ein Fünftel bis ein Viertel brachliegt und jeder vierte gekündigt wurde. Experten machen vor allem die hohen Anbietergebühren verantwortlich, die 35 bis 45 Prozent der Anfangseinzahlungen auffressen – kombiniert mit mageren Renditen: Zwei Drittel der Sparer erzielen nach Inflation weniger als 2 Prozent, viele erleiden sogar reale Verluste durch hohe Abschlusskosten, Sicherheitszuschläge und ungünstig getimte Fondsverkäufe.

Die Reform soll diese Missstände beheben, indem sie ein standardisiertes Produkt mit einer Gebührenobergrenze von 1,5 Prozent pro Jahr und einer höheren, einkommensabhängigen Förderung einführt. Die Finanztip Stiftung hält diesen Wert jedoch für immer noch zu hoch und pocht auf eine Deckelung bei 0,5 Prozent. Ihre Analysen zeigen: Schon kleine Gebührenunterschiede schmälern die spätere Rentenauszahlung deutlich.

Die öffentliche Meinung steht hinter der Kampagne. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 78 Prozent der potenziellen Nutzer niedrige Gebühren priorisieren – 30 Prozent befürworten die 0,5-Prozent-Grenze, weitere 28 Prozent würden maximal 1 Prozent akzeptieren. Nur 23 Prozent halten die geplanten 1,5 Prozent für vertretbar. Zudem verspricht das neue System bessere Erträge, indem mehr Beiträge in risikoangepasste Anlagen fließen – ein Bruch mit den bisherigen, oft schwach performenden Anlagestrategien.

Die Reform ersetzt die Riester-Rente zwar durch ein schlankeres Produkt, doch die Debatte um die Gebührenhöhe bleibt umstritten. Angesichts der breiten Forderung nach niedrigeren Kosten stößt die Regierungsgrenze von 1,5 Prozent auf starken Widerstand. Ob das neue Modell das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen und die Altersvorsorge verbessern kann, wird sich an diesem Streit entscheiden.

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