29 June 2026, 18:48

Schwimmende Turbinen: Wie Energyminer Flüsse zu Stromquellen macht

Energyminer's River Turbines Are Real. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

Schwimmende Turbinen: Wie Energyminer Flüsse zu Stromquellen macht

Energyminer testet neue Methode zur Stromerzeugung aus Flüssen

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Unternehmen Energyminer erprobt ein innovatives Verfahren zur Gewinnung von Energie aus Fließgewässern. Dazu hat es eine kleine, schwimmende Turbine namens Energyfish entwickelt, die Strömungen in Flüssen nutzt. Ein Pilotprojekt fand in München statt – in der Nähe eines herkömmlichen Wasserkraftwerks am Auer Mühlbach.

Der Energyfish ist eine kompakte hydrokinetische Turbine, die im fließenden Wasser verankert wird, um Energie zu gewinnen. Jede Einheit misst etwa 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von rund 80 Kilogramm. Die maximale Leistung liegt bei 6 Kilowatt, im Durchschnitt erzeugt sie 1,8 Kilowatt.

Laut Energyminer liefert das System rund um die Uhr zuverlässig Strom – unabhängig von Wetter oder Jahreszeit. Die Turbine ist zudem so konstruiert, dass sie Hochwasser standhält, Fische nicht gefährdet und nur minimalen Wartungsaufwand erfordert. Die Stromgestehungskosten beziffert das Unternehmen auf etwa 8 Cent pro Kilowattstunde, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mindestens 8 Prozent über 20 Jahre.

Aktuell läuft ein größeres Projekt in St. Goar am Rhein. Dort sollen 124 Energyfish-Einheiten das erste Schwarmkraftwerk dieser Art in diesem Maßstab bilden. Gemeinsam könnten sie im Schnitt einige hundert Kilowatt erzeugen.

Jede Turbine produziert jährlich rund 15 Megawattstunden. Ein Schwarm aus 100 Einheiten würde etwa 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern – genug, um rund 470 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Installation geht schnell vonstatten: Zehn Einheiten lassen sich nach Genehmigung in etwa drei Tagen einsetzen. Beton, Staudämme oder schwere Baumaßnahmen sind nicht erforderlich.

Obwohl Flüsse in manchen Regionen zuverlässigere Energie als Sonne oder Wind liefern können, schwankt die Strömung je nach Jahreszeit. Zudem kann Hochwasser Treibgut mit sich bringen, was eine Herausforderung für das System darstellt.

Das Projekt in St. Goar markiert einen wichtigen Schritt für die Technologie von Energyminer. Der Schwarmansatz könnte eine zuverlässige, umweltfreundliche Stromversorgung für lokale Gemeinden bieten. Das Unternehmen will nun unter realen Bedingungen die Effizienz und Skalierbarkeit des Systems unter Beweis stellen.

Quelle